In dieser Arti­kel­serie lernst du, ein einfaches Magazin mit der kosten­losen Software Scribus zu layouten. Und zwar Schritt für Schritt, für Layout-Anfänger. Beim letzten Mal haben wir die nötige Vorarbeit für unser Magazin in Scribus geleistet. In diesem Artikel geht es darum, Bilder und Texte in dein Layout einzu­fügen und das Gestal­tungs­raster zu nutzen.

Über­blick über die bisher erschie­nenen Artikel

Schritt 6: Texte, Bilder und andere Gestal­tungs­ele­mente einfügen

In diesem Schritt fügst du deine Elemente in das Dokument ein. Füge erstmal alle Elemente ein, die du auf einer Doppel­seite plat­zieren möchtest.

Bilder und Text ist in Scribus eingefügt, ist aber noch ein Wirrwarr im Dokument und nicht formatiert.
Hier habe ich Bilder und Text für meine Seite eingefügt.

In diesem Beispiel arbeite ich mit Blindtext. Den fügst du hinzu, indem du auf den Text­rahmen mit der rechten Maus­taste klickst und dann „Beispieltext“ auswählst. Du kannst die Sprache  und die Länge des Beispiel­textes auswählen.

Anstatt Beispieltext kannst du hier natürlich auch deinen eigenen Text einfügen. Entweder du kopierst in aus deinem Text­ver­ar­bei­tungs­pro­gramm in einen Text­rahmen oder du wählst nach einem Rechtsklick auf einen Text­rahmen „Text laden“ und eine Datei, aus der dein Text stammt.

Schritt 7: Gestal­tungs­raster nutzen

Jetzt kommt der erste Schritt der Gestaltung. Das Gestal­tungs­raster hilft dir dabei, die Elemente anzu­ordnen. Gleich­zeitig kannst du das Raster auch bewusst brechen, um dein Layout aufzu­lo­ckern. Du ordnest jetzt die Elemente im Raster an. Probiere ein wenig mit der Wirkung herum. Um den Vorschau­modus zu sehen, also das Dokument ohne die ganzen Markie­rungen für die Raster und Ränder, drücke „F11“.

Ich nutze in dieser Übung sechs Spalten und neun Zeilen. Die Bilder lassen sich über die ganze Breite oder Höhe der Seite strecken, oder über einige Spalten.

Ich zeige dir an einem Beispiel, wie ich vorgehe. Ein doppel­sei­tiger Artikel über ein Café soll entstehen. Das größte Bild wird das Bild des Cafés sein.

Hier habe ich die Bilder schonmal im Gestaltungsraster angeordnet.
Hier habe ich die Bilder im Raster schonmal ange­ordnet.
Dieselbe Anordnung wie im vorherige Bild, nur dass die Hilfslinien auf unsichtbar gestellt sind.
Dieselbe Anordnung wie im vorherige Bild, nur dass die Hilfs­linien auf unsichtbar gestellt sind.

In diesem Screenshot siehst du eine Möglichkeit, die Bilder anzu­ordnen. Setze auch den Text ins Raster. Blät­terst du einmal Publi­ka­tionen durch, wirst du sehen, dass der Fließtext meist in mehreren Spalten steht. Das macht dein Layout profes­sio­neller. Du erstellst zwei Text­rahmen und verkettest sie mitein­ander. So fließt der Text von einem Text­rahmen in den nächsten. Du hast verschiedene Möglich­keiten, den Text anzu­ordnen.

Der Text steht jetzt in drei Spalten, der Rest ist wie beim vorherigen Bild.
Drei­spal­tiger Text
Der Text steht nun in Spalten, die Hilfslinien sind nicht sichtbar.
Drei Spalten, hier die Hilfs­linien deak­ti­viert.
Text in zwei Spalten statt drei, dabei bleibt ein Teil der linken Seite frei.
Zwei­spal­tiger Text, dabei bleibt ein Teil der linken Seite frei.

Dein Raster gibt dir verschiedene Möglich­keiten, den Text anzu­ordnen. Hast du zum Beispiel ein fünf­spal­tiges Raster, kannst du zwei Text­rahmen je zwei Spalten breit machen und nach außen eine Spalte frei lassen:

dabei bleibt ein Teil der linken Seite frei.
Fünf­spal­tiges Layout, dabei bleibt die erste Spalte frei.
Fünfspaltiges Layout wie im vorherigen Bild, aber ohne Hilfslinien.
Dasselbe Layout sieht dann ohne Hilfs­linien so aus.

Ich entschließe mich dafür, den Fließtext drei­spaltig fließen zu lassen.

Nun legst du einen Absatzstil für deinen Fließtext an. Dort stellst du die Schrift­größe, Schrift­farbe und Schriftart ein. Außerdem legst du fest, dass sich der Text am Grund­li­ni­en­raster ausrichten soll.

Diesen Stil wendest du auf alle deine Text­rahmen, die Fließtext beinhalten, an. Bei verket­teten Text­rahmen reicht es, wenn du den Absatzstil auf einen der verket­teten Rahmen anwendest. Es stellen sich dann auto­ma­tisch auch alle anderen mit diesem Text­rahmen verket­teten Text­rahmen auf diesen Stil um.

Außerdem solltest du die Silben­trennung akti­vieren. Diese Einstellung findest du im Menü unter „Extras“ „Silben­trennung akti­vieren“. Dafür musst du den Text­rahmen, bei dem die Silben­trennung ange­wandt werden soll, auswählen. Auch hier reicht es, wenn du diese Einstellung für einen der verket­teten Text­rahmen vornimmst.

Text fließt in drei Spalten über beide Seiten.
Text fließt in drei Spalten über beide Seiten.

Tipps für die Anordnung im Raster

Der Lese­fluss

Plat­ziere die Bilder so, dass sie den Lese­fluss nicht so oft unter­brechen, und der Leser nicht dauernd über die Bilder hinweg­springen muss, um weiter­zu­lesen.

Im folgenden Beispiel sind die Bilder und Texte im Raster ange­ordnet. Aber irgendwie sieht die Seite recht unor­dentlich und nicht sehr profes­sionell aus.

Die Bilder sind über die Seite zerstreut.

Dieselbe Seite wie im vorherigen Bild, nur mit unsichtbaren Hilfslinien.
So sieht die Seite mit ausge­blen­detem Raster aus.

Hier habe ich die Bild­größen erst einmal unver­ändert und die Text­rahmen an derselben Stelle gelassen wie vorher. Nur durch das Verschieben der Bilder an den Rand, sodass sie den Lese­fluss weniger stark unter­brechen, wirkt das Layout bereits deutlich aufge­räumter:

Das Layout wird aufgeräumter, der Textfluss wird nicht so oft unterbrochen.
Hier sind die Bilder an die Ränder verteilt und unter­brechen so den Text­fluss nicht so oft.
Hier sind die Bilder an die Ränder verteilt und unterbrechen so den Textfluss nicht so oft.
Und so sieht die Seite ohne Raster aus.

Aller­dings wird hier die Text­spalte ganz links mitten in der Spalte halbiert. Dadurch werden viele Wörter getrennt und die Zeilen bestehen aus maximal drei Wörtern. Der Leser springt ständig in die nächste Zeile und muss die getrennten Wörter im Kopf zusammen setzen. Das ist nicht sehr leser­freundlich.

Die Spalte des Textes ist halbiert, deswegen müssen die Leser ständig in die nächste Zeile springen und die getrennten Wörter im Kopf zusammensetzen.
Dieses Layout ist nicht sehr leser­freundlich.

Das wollen wir also verhindern. Ich habe mich dafür entschieden, das Bild unten links zu verändern. Das Bild streckt sich jetzt über vier Spalten, statt über drei Spalten, und der Text fließt um es herum.

Das Bild unten links ist jetzt größer. Dafür ist der Text an dieser Stelle unterbrochen.
Das Bild unten links ist jetzt größer. Dafür ist der Text an dieser Stelle unter­brochen.
Das Bild unten links ist jetzt größer. Dafür ist der Text an dieser Stelle unterbrochen.
Nochmal die Seiten ohne einge­blen­detes Raster.

Nun bist du dran: Ordne die Bilder im Layout so an, dass sie den Lese­fluss nicht so stark unter­brechen. Denke dabei daran, dass die Zeilen des Textes nicht zu kurz werden, damit der Leser dort nicht ständig in die nächste Zeile springen muss.

Achsen

Versuche, in deinem Layout optische Achsen entstehen zu lassen. Das Auge des Lesers sucht nach hori­zon­talen und verti­kalen Linien, an denen es sich orien­tiert. Diese Achsen entstehen, indem du Objekte geschickt plat­zierst. Im Beispiel haben wir bisher folgende Achsen:

Rote Linien zeigen, wo auf den Seiten durch die Elemente Achsen entstehen.
Die roten Linien zeigen, wo die Elemente im Bild Achsen bilden.

Das zeigt: Auf der rechten Seite wirkt das Layout aufge­räumter, weil dort mehr optische Achsen zu erkennen sind. Die linke Seite wirkt noch etwas unge­ordnet und durch­ein­ander.

Der Text auf der rechten Seite fängt jetzt in der Mitte der Seite an.
Nun wirkt das Layout aufge­räumter.

Was habe ich geändert?

Die Ober­kante des Textes in den Spalten auf der linken Seite ist bündig mit der Bild­kante. Sie bildet eine weitere waage­rechte Achse auf dieser Seite.

Die rote Linie zeigt die neu entstandene Achse, die von den beiden Textspalten und einem Bild ganz links gebildet wird.
Diese Achse ist durch das Ändern der Text­spalten entstanden und lässt das Layout aufge­räumter wirken.

Jetzt steht die Über­schrift, die Unter­schrift und der Autor noch etwas merk­würdig im Raum herum. Du denkst: „Da ist doch noch so viel Platz?“

Weißraum

Weißraum ist der Bereich eines Layouts, in dem sich keine Elemente befinden. Er ist dabei nicht unbe­dingt weiß, sondern bedeutet eben nur, dass sich keine Bilder, Texte oder andere Objekte in diesem Bild befinden.

Indem du Weißraum geschickt nutzt, kannst du Elemente betonen und so den Fokus deiner Leser lenken. Dein Design gewinnt an Über­sicht­lichkeit. Außerdem lässt viel Weißraum dein Design edler wirken. Ich will in diesem Design den Weißraum nutzen, um den Fokus auf die Über­schrift zu lenken. Daher füge ich bis auf die Unter­über­schrift keine weiteren Elemente ein.

Weiter geht’s

So, jetzt bist du dran. Ordne Texte und Bilder in deinem Layout an, achte dabei auf Achsen, den Lese­fluss und überlege, wie du den Weißraum einsetzt.

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