In dieser kleinen Arti­kel­serie zum Thema Enga­gierte finden sammle ich Ideen und Tipps, wie ihr neue Mitmacher für euren Verein oder eure Initiative sammeln könnt.

Über­blick über bisher erschienene Artikel

Öffent­lich­keits­arbeit für die Orga­ni­sation

Euer Verein, eure Initiative ist in eurer Stadt noch kaum bekannt? Dann kommen wahr­scheinlich auch selten Leute von sich aus auf die Idee, bei euch ehren­amtlich mitzu­machen. Öffent­lich­keits­arbeit lohnt sich.

Für alles rund um die Öffent­lich­keits­arbeit ist erzähl davon super. Katrin und Luisa machen Podcasts, (kostenlose) Online-Kurse und Blog­ar­tikel zu Kommu­ni­kation im Ehrenamt. Bei erzähl davon kannst du jede Menge lernen.

Auf meinem Blog findest du auch Artikel rund um die Öffent­lich­keits­arbeit von Orga­ni­sa­tionen:

Noch zwei Ideen für die Öffent­lich­keits­arbeit

  • Veran­staltung im Veran­stal­tungs­ka­lender der Stadt online stellen: Viele Städte besitzen einen Veran­stal­tungs­ka­lender auf ihrer offi­zi­ellen Website. Kann dein Verein seine Veran­stal­tungen dort online stellen?
  • nebenan.de ist ein soziales Netzwerk, dass lokale Nach­bar­schaften vernetzt. Als Orga­ni­sation könnt ihr dort ein Profil erstellen und auf eure Arbeit aufmerksam machen. Das macht sicherlich am meisten Sinn, wenn euer Fokus auf euren Ort oder sogar einen bestimmten Stadtteil liegt. Welche Orga­ni­sa­tionen können nebenan.de nutzen? Und wie du mit Nachbarn in Kontakt trittst, erklärt dir dieser Beitrag. Hast deine Orga­ni­sation bereits Erfahrung mit nebenan.de? Ich freue mich, wenn du etwas über deine Erfah­rungen erzählst. Schreib doch ein Kommentar oder eine E‑Mail.

Ok, dein Verein ist schon bekannt, aber braucht trotzdem noch Mitstreiter?

7 Möglich­keiten, um fürs Enga­gement bei euch zu werben:

1. Rollen­profile auf Social Media

Stellt konkrete Rollen­profile oder kurze Texte zu den Tätig­keiten in eure Social-Media-Kanäle. Etwa “Fotograf*in gesucht — Wer hat Lust, uns zu unter­stützen und ehren­amtlich Fotos von unseren Events zu machen?” Mehr zu Rollen­pro­filen erfahren

"Wir suchen dich! PR-Team"-Schriftzug
Teil eines Rollen­profils

Dann wissen Inter­es­sierte, was auf sie zukommt, wenn sie bei euch mitmachen. Außerdem sprecht ihr so auch Leute an, die Lust auf eine bestimmte Tätigkeit haben. Zum Beispiel die Hobby-Foto­grafin, die sieht, dass ihr jemanden für die Veran­stal­tungs­fo­to­grafie sucht. Und Lust hat, endlich mal coole Motive vor der Linse zu haben. Oder die Frau, die gerne strickt und Lust auf euer Strickcafé mit Senioren aus dem Viertel hat. Sie würden sich sonst nicht bei euch melden. Eine coole Kampagne zum

Außerdem kann euer Netzwerk die Posts teilen. Viel­leicht liest ja der Nachbar von der Tante von eurer Enga­gierten Anna vom Strickcafé und hat Lust, mitzu­machen. Oder die Nichte von Simon leitet die Info an ihre Freundin weiter, weil die so gerne foto­gra­fiert.

Ihr könnt eue Enga­gierten oder eure Follower auch bitten, die Posts zu teilen.

Open Hamburg hat zurzeit eine witzige Kampagne, um Menschen zum Ehrenamt zu bewegen. Sie spricht Leute an, doch ihre Leiden­schaft zum Ehrenamt zu machen. (Witzig ist die Kampagne nicht deswegen, sondern wegen der Videos.)

2. Enga­ge­ment­mög­lichkeit im News­letter

Verschickt ihr einen Orga­ni­sa­ti­ons­news­letter per E‑Mail? Nein? Hast du Lust, einen zu starten? In diesem Artikel teile ich Links rund um den Orga­ni­sa­ti­ons­news­letter, Tools und recht­liches.

Ihr habt schon einen Orga­ni­sa­ti­ons­news­letter? Stellt ab und zu Tätig­keiten vor, für die ihr Ehren­amt­liche sucht. Das kann auch mal punk­tuell sein, etwa nur für eine Veran­staltung. Viel­leicht habt ihr stille Fans, die sich nicht lang­fristig binden wollen oder können, aber gerne einmal aushelfen. Verlasst euch aber nicht darauf, dass ihr über diesen Weg genügend Leute findet.

Ihr könnt auch mal einen eurer Enga­gierten inter­viewen – mit dem Hinweis, dass ihr noch nach weiteren Leuten sucht, die diese Aufgaben über­nehmen. Eine persön­liche Geschichte, die Moti­vation und die Begeis­terung, die euer Ehren­amt­licher mitbringt, machen Lust darauf, selbst zum Mitmacher oder Mitma­cherin zu werden. Ein Foto oder Video sind besonders persönlich und zeigen, was für Menschen bei euch mitmachen.

3. Lokale Print­medien

Lokale Zeitungen zu kontak­tieren ist nichts Neues, klar. Aber habt ihr schon nach lokalen Print­medien recher­chiert, die etwa in Cafés oder Geschäften ausliegen? In Regensburg gibt es zum Beispiel das Kultur­journal. In Uni-Städten werden oft Uni-Magazine von Studenten erstellt und manchmal gibt es auch das Uni-Radio.

Versucht, euren Verein in diese Medien zu bringen. Viel­leicht gibt es sogar die Möglichkeit, mit einem Aufruf direkt nach ehren­amt­lichen Mitar­beitern zu suchen. Denkt dabei an eure Ziel­gruppe: Sieht sie sich diese Medien an?

4. Poster aushängen

Hängt Poster je nach eurer Ziel­gruppe auf: z. B. in der Stadt­bü­cherei, Mehr­ge­nera­tio­nen­häusern, der Fach­hoch­schule oder Univer­sität, dem Jugend­zentrum oder dem Stadt­teil­zentrum. Viel­leicht dürft ihr euer Plakat auch in einer Schule, im Kinder­garten, bei der Volks­hoch­schule oder bei eurem Amt auslegen. Veran­stal­tungs­lo­ca­tions in eurer Stadt und das schwarze Brett im Super­markt kommen auch infrage.

Rollenprofil-Plakat
So kann ein Aushang aussehen

Die Poster sollten zeigen, wer ihr seid bzw. wofür ihr euch einsetzt. Außerdem könnt ihr ganze Rollen­profile oder nur die Rollen­titel („Wir suchen Social-Media-Begeis­terte, Foto­grafen und Spiel-Anima­teure“) aufnehmen. Was haben die Menschen davon, dass sie bei euch mitmachen?

 

Bei euch lernt man schnell neue Leute kennen? Macht doch mal ein Plakat mit dem Titel „Neu in der Stadt? Bei uns findest du Anschluss und lernst schnell neue Leute kennen. Und du hast viel Spaß im Ehrenamt“.

Denkt daran: Wer ist eure Ziel­gruppe, wen sucht ihr? Wer könnte sich für eure Arbeit inter­es­sieren? Passt eure Aushänge an eure Ziel­gruppe an.

5. Stra­ßen­feste und Erst­se­mester-Tag

In manchen Städten gibt es Stra­ßen­feste, etwa in einzelnen Stadt­teilen, einen Kindertag oder als Bürger­feste.

Fähnchen in einer Straße
Gibt es Stra­ßen­feste in eurer Stadt?

Eine Aktion am Stand lockt die Leute an. Zum Beispiel ein kleines Gewinn­spiel, eine Mitmach­aktion für Kinder oder Musik. Ehren­amt­liche verteilen Flyer und sprechen die Leute an, ob sie Lust hätten, sich zu enga­gieren oder an Veran­stal­tungen teil­zu­nehmen. Pinn­wände stellen den Verein vor und zeigen die möglichen Tätig­keiten im Verein. Fragt bei der Team­sitzung, ob es solche Stra­ßen­feste in eurem Ort oder in eurer Gegend gibt.

 

An vielen Hoch­schulen finden für neue Studie­rende Erst­se­mes­tertage statt, an denen sich Initia­tiven und Vereine vorstellen können. Diese Tage heißen in einigen Städten auch Markt der Möglich­keiten. So lernen euch gleich die neuen Studenten kennen. Für die Zuge­zo­genen seid ihr eine Möglichkeit, Leute kennen­zu­lernen und viel­leicht an ihre Frei­zeit­ge­staltung aus ihrer vorhe­rigen Stadt anzu­knüpfen, z. B. Sport zu machen, andere Sprachen zu sprechen oder Kinder­gruppen anzu­leiten.

Fragt auch als nicht-studen­tische Initiative nach, ob ihr euch vorstellen dürft. In eurer Initiative können die Studie­renden schließlich über den Uni-Kosmos und ihren studen­ti­schen Tellerrand hinweg blicken und Neues kennen­lernen. Ich persönlich finde es besonders reizvoll, mich außerhalb der Hoch­schul­gruppen zu enga­gieren. Denn dort kann ich viele unter­schied­liche Menschen und andere Perspek­tiven kennen­lernen.

6. Mit Bekannten sprechen

Sprecht doch gezielt Leute ansprechen, die eine Leiden­schaft haben, welcher sie im Verein nach­gehen könnten. Oder fragt Bekannte, ob sie wen kennen, der sich z.B. mit Foto­grafie beschäftigt oder Kennt­nisse in der Pres­se­arbeit sammeln möchte. Erzählt von eurem Verein und der Möglichkeit, mitzu­machen. Nervt aber nicht alle Leute mit ellen­langen Erzäh­lungen 😉 Wenn sich jemand dafür inter­es­siert, wird er oder sie schon nach­fragen.

7. Ehren­amts­portale, Frei­wil­li­genagen­turen, Senio­ren­büros

In vielen Städten gibt es Frei­wil­li­genagen­turen oder Ehren­amts­portale. Dorthin können sich Menschen wenden, die sich ehren­amtlich enga­gieren möchten. Sie werden beraten und nach ihren Wünschen in Enga­ge­ment­mög­lich­keiten vermittelt.

Als Orga­ni­sation könnt ihr dort eure Enga­ge­ment­mög­lich­keiten einstellen. Zur Liste der Frei­wil­li­genagen­turen. Auch andere Einrich­tungen über­nehmen die Vermittlung ins Enga­gement. Zum Beispiel vermitteln Senio­ren­büros Menschen ab 50 Jahren. In manchen Städten vermitteln auch Stadt­teil­büros Menschen ins Enga­gement. Recher­chiert, ob es eine passende Einrichtung bei euch in der Stadt oder im Land­kreis gibt.

Außerdem gibt es Online-Platt­formen, bei denen ihr Enga­ge­ment­mög­lich­keiten einstellen könnt:

  • youvo.org für alle krea­tiven und digi­talen Aufgaben
  • vostel.de für alle in Köln, Berlin, Darm­stadt, München, Frankfurt am Main, Erding, Wies­baden
  • Für Hamburger Orga­ni­sa­tionen, die Mithilfe für nur einen Tag suchen: tatkräftig e. V.

Ziel­gruppen beachten

Achtet auf eure Ziel­gruppe: Sucht ihr eher nach Studie­renden, die bei euch mitmachen? Wollt ihr vermehrt Ältere ansprechen? Dann kommen viel­leicht auch die kosten­losen lokalen Postwurf-Zeitungen infrage. Findet heraus, ob eure Ziel­gruppe sie liest. Dann könnt ihr diese Zeitungen für eure Pres­se­arbeit nutzen.

Denkt darüber nach, wer sich für eine bestimmte Tätigkeit inter­es­sieren könnte. Wer hat besonders etwas davon, bei euch mitzu­machen?

Sucht ihr eine Person für Social Media, Foto­grafie oder Pres­se­arbeit? Studie­rende der Medi­en­wis­sen­schaft könnten so Praxis­er­fah­rungen sammeln. Hängt also Aushänge in das Uni-Gebäude, wo ihre Veran­stal­tungen statt­finden.

Sucht ihr nach Leuten, die gerne Frei­zeit­an­gebote für Kinder mitge­stalten? Kann man als ganze Familie an euren Ange­boten teil­nehmen? Werbung in der Stadt­bü­cherei ist dann eine Möglichkeit.

Glaubt ihr, dass euer Einsatz­zweck besonders attraktiv ist? Ihr setzt euch zum Beispiel für Bildungs­ge­rech­tigkeit ein und denkt, dass viele Leute das gerne fördern würden? Ihr seid flexibel, was Zeiten und Dauer des Enga­ge­ments angeht? Dann betont doch in euren Werbe­maß­nahmen den Zweck und die Flexi­bi­lität eures Enga­ge­ments. Dann sprecht ihr dieje­nigen an, die sich für “eine bessere Welt” einsetzen möchten, aber wenig Zeit, unre­gel­mäßige Arbeits­zeiten oder andere Verpflich­tungen haben.

Für eure Unter­neh­mens­part­ner­schaften sucht ihr eine Netzwerk-orien­tierte Person? Diese Person kann an ihren Networking-Skills feilen und den Umgang mit Berufs­tä­tigen in der Wirt­schaft üben. Daran haben viel­leicht Studie­rende beson­deres Interesse.

Noch mehr Ideen?

Hast du noch mehr Ideen, um Enga­ge­ment­mög­lich­keiten zu bewerben? Habt ihr Erfah­rungen gemacht, von denen andere lernen können? Schreibe doch ein Kommentar und lass uns daran teil­haben.

 

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