Meine Arti­kel­serie dreht sich darum, wie ihr neue Enga­gierte für eure Orga­ni­sation findet. Die letzen zwei Artikel beschäf­tigen sich damit, wie ihr Kurzzeit-Enga­gierte in eurer Orga­ni­sation einsetzt. Dieser Artikel zeigt dir, was du bei der Werbung für Kurzzeit-Enga­gement beachten solltest.

Über­sicht über die Arti­kel­serie

Sucht z. B. nach Studie­renden, die über ein Semester eine Aufgabe über­nehmen. Oder nach einer Person, die bei den nächsten zwei Veran­stal­tungen Fotos von eurer Arbeit macht, damit ihr diese Fotos für eure Öffent­lich­keits­arbeit nutzen könnt. Schreibt das in eurer Rollen­profil in Social Media, auf Aushänge oder in das Rollen­profil für die Frei­wil­li­genagentur. Ihr könnt auch gleich schreiben „Du hast Lust, dich zu enga­gieren, aber kannst nur für kurze Zeit? Wir suchen dich. Bei uns setzt du dich über zwei Monate für … ein, indem du für uns Fotos bei unseren nächsten zwei Veran­stal­tungen machst.“

Macht Werbung genau dafür: „Keine Zeit für ein Ehrenamt? Bei uns setzt du dich für kurze Zeit für mehr Bildungs­ge­rech­tigkeit ein. Engagier dich so, wie du Zeit hast: Einige Tage, Wochen oder Monate. Bei uns gehst du keine lang­fristige Verpflichtung ein.“

Kommu­ni­ziert das so: Der Einsatz ist auf diese Zeit ausgelegt. Falls ihr danach weiter­machen möchtet – freuen wir uns.

Denkt daran, folgende Infor­ma­tionen in eurer Enga­gement-Suche zu erwähnen:

  • Wie häufig kann oder soll ich mitmachen?
  • Termine / Einsätze: Sind es feste Termine und ich kann mich für einige melden? Kann ich einen indi­vi­du­ellen Termin verein­baren?
  • Kann ich mich auch von zuhause enga­gieren? -> Online-Enga­gement
  • Welche Sprach­kennt­nisse sollte ich haben / welche anderen Voraus­set­zungen gibt es?
  • Was muss ich machen, um mitzu­machen? Online-Formular, anrufen, E‑Mail, einfach vorbei­kommen?
  • Bekomme ich separat Infor­ma­tionen zum Einsatz mitge­teilt? Muss ich mich extra vorbe­reiten? Treff­punkt, Vorbe­rei­tungs­treffen, Kleidung / Schuhwerk, benö­tigte Mate­rialien etc., Ansprech­partner, Notfall­nummer etc., was mache ich bei Problemen, evtl. Vorbe­rei­tungstext etc.

Wo teilt ihr den Menschen da draußen mit, dass sie sich bei euch für kurze Zeit enga­gieren können? In einem Artikel habe ich schon Ideen gesammelt, wie ihr für ein Enga­gement werben könnt. Was solltet ihr beim Kurzzeit-Enga­gement beachten?

Infor­ma­tionen auf eurer Website

Stellt aktuelle Gesuche nach Enga­gierten auf eure „Mitmachen“-Seite auf eurer Website. Wie ihr eure Website aufbaut, damit es Inter­es­sierte möglichst einfach haben, bei euch mitzu­machen, habe ich bereits in einem Artikel beschrieben.

Unter das Gesuch setzt ihr auf der Website einen schicken Button „Ich will mitmachen“. Der führt zu einem kurzen Formular, dass Inter­es­sierte ausfüllen können. Das macht es einfach, sich zu melden. Je nachdem, um was für Einsätze es sich handelt, müssen Inter­es­sierte verschiedene Infor­ma­tionen ausfüllen. Das kann nur ein Name, eine E‑Mail-Adresse und eine Handy­nummer sein. Zusätzlich ein Kommen­tarfeld, in das Fragen und Hinweise einge­geben werden. Even­tuell benötigt ihr weitere Infor­ma­tionen, z. B. Allergien und Ernäh­rungs­wünsche, falls ihr Verpflegung bereit­stellt.

Wenn ihr kein Formular in eure Website einbauen könnt, schreibt, wie Inter­es­sierte euch kontak­tieren könnten und welche Infos sie euch geben sollen. Schreibt diesen Hinweis kurz und gut sichtbar, sodass die Inter­es­sierten ihn sehen und ihr alle nötigen Infos bekommt.

Nennt den Ansprech­partner für Kurzzeit-Enga­gierte auf der Mitmachen-Seite (viel­leicht mit Foto) und bietet die Möglichkeit, ihn oder sie bei Fragen zu kontak­tieren.

Akti­onstage & wieder­keh­rende Einsätze

Bietet ihr an verschie­denen Terminen Kurzzeit-Einsätze an, könnt ihr ein Formu­larfeld mit Check­listen-Buttons erstellen, aus denen die Inter­es­sierten sich die Termine aussuchen können. Ihr solltet vorher entscheiden, wie ihr mit zu vielen Anmel­dungen verfahrt: Sagt den Teil­neh­menden recht­zeitig Bescheid, wenn nicht alle an einem Termin teil­nehmen können und bietet, wenn möglich, einen Alter­na­tiv­termin an. Ihr könnt diesen Prozess auch auto­ma­ti­sieren, sodass nach einer bestimmten Teil­neh­merzahl keine Anmel­dungen für einen Termin mehr möglich sind. Das ist aber schon etwas kompli­zierter. Zu Beginn solltet ihr das daher nicht machen. Fangt klein und einfach an, später könnt ihr immer noch tolle Kontakt­for­mulare und Auto­ma­ti­sie­rungen bauen. Erstmal solltet ihr aber testen, ob die wieder­keh­renden Einsätze in eurer Orga­ni­sation über­haupt laufen.

Ein Beispiel für ein gutes und verständ­liches Kontakt­for­mular findet ihr bei der Orga­ni­sation Welcome Dinner. Bei Feldern, wo sich Inter­es­sierte fragen könnten, warum sie das über­haupt mitteilen sollen, erklärt Welcome Dinner das gleich unter dem jewei­ligen Feld. (Du wohnst in Hamburg? Dann sieh dir das tolle Projekt unbe­dingt mal an. Zum Welcome Dinner.)

Zurück zu eurem Kurzzeit-Enga­gement. Wichtig ist, dass ihr folgende Fragen klärt: Wer kümmert sich um die Anfragen?

Wie erfahren die Menschen von euren Gesuchen?

Nur weil ihr da was auf der Website stehen habt, lesen das nicht gleich super viele Leute. Wie erfahren sie also davon, dass sie bei euch mitmachen können?

Social Media

Der Vorteil an Social Media für euch: Den Aufruf für kurz­zei­tiges Enga­gement könnt ihr einfach und schnell teilen. Keiner muss durch die Stadt laufen, um Plakate aufzu­hängen, zusätz­liche Kosten entstehen nicht.

Deswegen sind Social-Media-Aufrufe die erste Wahl, wenn ihr nur einmalig oder selten einmal die Möglichkeit bietet, dass sich jemand für kurze Zeit enga­giert. Oder wenn ihr immer eine andere Möglichkeit habt: Mal soll ein Flyer gestaltet werden, ein Imagefilm gedreht werden und das nächste Mal sucht ihr jemanden, der euch beim Aufbau hilft.

Dafür lohnt es sich nicht, einen Aushang zu gestalten – Denn bei der nächsten Suche benötigt ihr wieder einen anderen Aushang. Social-Media-Beiträge dagegen sind schnell gemacht. Ein Foto oder ein kleines Video von einer letzten Aktion machen Lust bei euch mitzu­machen.

Aushänge

Aushänge sind dagegen schon sehr viel mehr Aufwand: Ihr müsst sie gestalten, drucken, über­legen, wo ihr sie aufhängt, und dann auch noch Leute haben, die sie aufhängen. Das ist viel mehr Arbeit.

Darum lohnen sich Aufhänge nur, wenn ihr regel­mäßig Kurzzeit-Einsätze habt und ständig Leute braucht. Und ihr bisher nicht genug Leute habt, die mitmachen oder mal kurz­fristig einspringen. Aushänge helfen euch, euren Pool an Mitstreitern zu erweitern, an die ihr dann auch mal kurz­fristig eine Hilfe­suche weiter­leitet.

Für einmalige, kurze Veran­stal­tungen lohnen sich Aushänge in der Regel auch kaum: Die Zeit, die ihr hinein­steckt, um nach Leuten zu suchen wird durch die neuen Leute nicht ausge­glichen.

Plant ihr ein einwö­chiges Event mit vielen Besu­chern, dann sieht das schon anders aus. Also überlegt euch: Stehen Aufwand und Nutzen in einem Verhältnis zuein­ander? Was, wenn sich gar keiner meldet?

Wer euren Aufruf sieht und sich meldet, ist moti­viert, mitzu­machen. Wenn er oder sie dann sehr lange nichts mehr oder sehr selten von euch hört (weil ihr die Aktion nur alle 3 Monate anbietet), dann sinkt die Moti­vation und das Kurzzeit-Enga­gement wird vergessen. Verschickt ihr dagegen regel­mäßig E‑Mails, in denen ihr die Einsatztage und Möglich­keiten auflistet, kann die Person sofort einsteigen und wird immer wieder daran erinnert, dass sie bei euch mitmachen kann.

Wenn ihr dagegen einfach nur einen Aufruf mit einem Termin in Social Media postet, ist sofort klar, dass es etwas einma­liges ist.

Also: Habt ihr Kurzzeit-Einsätze wie Sortier­ak­tionen der Sach­spenden oder Repa­ra­turtage?

Frei­wil­li­genagentur

Frei­wil­li­genagentur: Fragt bei der Frei­wil­li­genagentur in eurem Ort, ob sie auch in kurz­zei­tiges Enga­gement vermitteln und spezielle Such­mög­lich­keiten für Inter­es­sierte bieten. (z. B. eine Auswahl­mög­lichkeit in der Suche). Es kommt auf die Frei­wil­li­genagentur an, ob ihr auch Angebote einstellen könnt, die nur einmalig sind. Wieder­holte Termine, zu denen sich Leute melden können, wenn sie Zeit und Lust haben, sind öfter möglich. Ein Beispiel für kurz­fristige Enga­ge­ment­an­gebote findest du bei der Frei­wil­li­genagentur Bielefeld.

Enga­gement-Platt­formen

Enga­gement-Platt­formen: Stellt eure Angebote bei Frei­wil­li­gen­platt­formen ein. Achtet darauf, wofür die Platt­formen geeignet sind:

  • youvo.org für alle krea­tiven und digi­talen Aufgaben
  • vostel.de für alle in Köln, Berlin, München, Frankfurt/Main, Erding, Heders­leben
  • Stiftung Gute-Tat für Berlin, Hamburg und München
  • Für Hamburger Orga­ni­sa­tionen, die Mithilfe für nur einen Tag suchen: tatkräftig e. V.
  • Weitere Enga­ge­ment­platt­formen: Eine Liste mit Enga­ge­ment­platt­formen findet ihr bei helpteers.
  • Achtung: Nicht alle Enga­ge­ment­platt­formen sind so bekannt, dass ihr über das Portal einfach Leute findet. Aber ihr könnt das Profil bei der Plattform einstellen und den Link über eure Netz­werke teilen. Häufig bieten die Portale einfache Möglich­keiten, sich für die jeweilige Aufgabe zu melden: Das ist der Vorteil daran, diese Plattform zu nutzen. Ist das Portal nicht bekannt und bietet auch nicht den Vorteil, dass sich Inter­es­sierte einfach melden können? Dann braucht ihr kein Portal. Die eigene Website reicht völlig. Das wich­tigste Gebot: Macht es den Leuten einfach, bei euch mitzu­machen. Sie müssen dafür erst eine Extra-App instal­lieren, die sie sonst nie benutzen? Lasst es sein. Dann doch lieber ein schnelles Kontakt­for­mular auf eurer Website.

Eure Community

Fragt auch mal abseits der Social-Media-Kanäle in eurer Community herum. Kennt jemand eine Person, die Lust hat, mal kurze Zeit ehren­amtlich mitzu­helfen?

News­letter oder Facebook-Gruppe

Teilt eure Gesuche in eurem News­letter mit. Das kann die Suche nach jemandem sein, der mit euch einen kleinen Film dreht. Oder ihr sucht öfter Menschen, die sich in der Küche eures Projekts betei­ligen. Ein eigener News­letter nur für Enga­gement-Angebote macht Sinn, wenn ihr häufiger Einsätze anbietet, die eine breite Ziel­gruppe ansprechen: Also nicht einmal ein Beet anlegen, einmal einen Imagefilm drehen und einmal ein Kleid für eine Aufführung nähen. Wenn ihr nur so spezi­fische Gesuche habt, bringt die im allge­meinen News­letter unter. Warum? Wer mehrmals keine Angebote findet, die über­haupt für ihn infrage kommen, wird euren Enga­gement-News­letter schnell nicht mehr lesen. Also: Der News­letter muss für eure Leser relevant sein. Es sollten Aufgaben darunter sein, die ohne Vorkennt­nisse über­nommen werden können.

Ihr könnt auch eine Facebook-Gruppe für Menschen, die euch unter­stützen wollen, gründen. Dort postet ihr dann aktuelle Enga­gement-Angebote.

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