In dieser Arti­kel­serie zum Thema Enga­gierte finden sammle ich Ideen und Tipps, wie ihr neue Mitmacher für euren Verein oder eure Initiative sammeln könnt.

Über­blick über bisher erschienene Artikel

Eure Website

Ständig kommen Leute auf eure Website. Sie inter­es­sieren sich für eure Arbeit, möchten an den Programmen teil­nehmen oder suchen nach den aktu­ellen Veran­stal­tungen.

Wer schon auf eurer Website ist, inter­es­siert sich für euch.

Nutzt es!

In diesem Artikel sammle ich daher Ideen und Vorschläge, wie ihr eure Website nutzt, um es Inter­es­sierten möglich leicht zu machen, bei euch ehren­amtlich mitzu­machen:

1. Unter­seite mit Menü­punkt

Website Menü
Beispiel-Website mit eigenem Menü­punkt “Mitmachen”

Inte­griert in eure Menü einen Punkt „Mitmachen“, „Enga­gement“, „Ehrenamt“ oder ähnliches. Damit finden Inter­es­sierte schnell und einfach die Infor­ma­tionen, die sie suchen. Alle anderen sehen, dass das Mitmachen bei euch möglich ist und klicken sich viel­leicht aus Neugier auch mal auf die Seite.

2. Button auf die Start­seite

Website
Beispiel-Website mit “Mitmachen-Button”

Besonders schnell sehen eure Besucher, dass sie bei euch mitmachen können, wenn ihr direkt auf der Start­seite einen Button “Mitmachen” inte­griert. Wo führt der hin? Natürlich auf eure “Mitmachen”-Seite.

3. Infor­ma­tionen übers Enga­gement auf die Website

Manche Orga­ni­sa­tionen schreiben nur sehr wenige Infor­ma­tionen oder nennen nur eine Tele­fon­nummer oder E-Mail-Adresse, an die sich Inter­es­sierte wenden können. Der Nachteil: Das hebt die Hemm­schwelle. Man weiß kaum etwas über die poten­zi­ellen Aufgaben und soll nach­fragen. Viel­leicht ergibt sich nach den ersten Sätzen beim Tele­fonat sowieso, dass das nicht das Richtige für den Inter­es­sierten oder die Inter­es­sierte ist. Dann hat man umsonst ange­rufen. (Und viel­leicht auch weniger Moti­vation, es bei noch mehr Orga­ni­sa­tionen zu probieren.) Die Person hat das viel­leicht schon gehabt und ist deswegen nicht wirklich moti­viert, bei euch anzu­rufen. Dabei fände sie eure Arbeit viel­leicht super spannend und hat Ahnung von genau dem, was ihr gerade braucht. (Sie weiß das aber nicht.)

Und dann wollt ihr deswegen auf diese Person verzichten? Weil, „die kann ja dann anrufen, wenn es sie wirklich inter­es­siert. Dann ist sie zumindest richtig moti­viert“? Nicht jeder ist gleich voll dabei und sucht mit viel Elan nach einem Ehrenamt. Aber manche hätten Lust und machen diesen ersten Schritt aber nicht.

Ihr kennt das sicher: Man verschiebt den Anruf oder die E-Mail, dann ist erstmal was anderes wich­tiger, ach und auf den einen Tag kommt es auch nicht mehr an, ist sowieso schon so spät. Und so werden aus Tagen Wochen. In der Zeit wäre die Person sonst schon zu einem Treffen gekommen und hätte sich langsam bei euch einge­funden und erste Aufgaben über­nommen.

Also: Gebt den Leuten doch die Infor­ma­tionen, die wichtig für sie sind. Stellt Rollen­profile online. Mehr zu Rollen­pro­filen in meinem Artikel. Wenn ihr offen für andere Tätig­keiten seid, schreibt das doch hin: „Fotos sind dein großes Hobby? Du malst mit viel Leiden­schaft? Du liebst das Kuchen­backen? Sprich uns an und wir über­legen gemeinsam, wie du dich auf deine Weise in unsere Orga­ni­sation einbringen kannst.“

4. Verschiedene Kontakt­mög­lich­keiten bieten

Also keine Tele­fon­nummer angeben?

Ihr könnt natürlich eine Tele­fon­nummer angeben, aber das sollte nicht der einzige Weg sein, euch zu kontak­tieren. Manche Menschen haben Probleme beim Tele­fo­nieren – dafür aber andere Talente. Und warum auf diese Menschen verzichten, nur weil sie nicht gerne tele­fo­nieren? (Es sei denn, Tele­fo­nieren ist bei euch im Ehrenamt unver­zichtbar. Aber das könnt ihr euch wohl denken.)

Kontakt­for­mular

Etwas, was mir persönlich sehr gut gefällt: Kontakt­for­mulare auf der Website, möglichst auf der „Mitmachen“-Seite (oder von da verlinkt). Und zwar solche, wo Inter­es­sierte direkt auswählen können, dass sie sich enga­gieren möchten. Viel­leicht sogar direkt eine Aufgabe oder einen Bereich auswählen können, für den sie sich inter­es­sieren. Und darunter ein Feld „Wenn du noch Fragen hast, schreibe sie uns. Sonst lass dieses Feld einfach frei und wir melden uns bei dir.“

Was mir daran so gut gefällt? Es senkt die Hürde, bei euch aktiv zu werden:

  1. Es ist es auch für Menschen, die nicht gerne tele­fo­nieren oder Probleme beim Tele­fo­nieren haben, erreichbar. Und damit barrie­re­freier.
  2. Ich als Inter­es­sierter muss mir nicht mal einen Text für eine E-Mail ausdenken. Ich muss mir keine Gedanken machen, ob ich jetzt schon schreibe, wofür ich mich inter­es­siere, wer ich bin. Abends müde auf der Couch? „Och nein, ich schreibe der Orga­ni­sation einfach morgen.“ Die Orga­ni­sation hat das Formular? „Ach da muss ich ja gar nicht nach­denken, dass mache ich mal eben schnell“. Ob das eine spürbare Auswirkung auf die Zahl der Enga­gierten hat – Keine Ahnung (ich glaube eher nicht). Aber viel­leicht meldet sich der ein oder andere schneller bei euch. Oder freut sich zumindest, dass das so unkom­pli­ziert ist. Und bei der Wahl zwischen verschie­denen Orga­ni­sa­tionen schreibe ich viel­leicht zuerst dieje­nigen an, die einfach zu kontak­tieren sind.
  3. Kurzum: Einfach, schnell, unkom­pli­ziert.
Website mit Kontaktformular für Ehrenamtliche
Beispiel-Website mit Kontakt­for­mular für Ehren­amt­liche

Außerdem können euch Inter­es­sierte natürlich über Social Media, E-Mail und viel­leicht auch übers Telefon kontak­tieren. Ihr könnt auch direkt zu den nächsten Orga­ni­sa­ti­ons­treffen einladen und die Termine auf die Website stellen.

5. Warum ist es so toll, bei euch mitzu­machen?

Warum stehen wir alle hinter diesem Verein? Warum setzen wir uns zusammen für diesen Zweck ein?

Sammelt im Team eure Antreib­kräfte fürs Enga­gement:

Warum macht ihr mit, was macht euch Spaß, was gibt euch das Enga­gement? Was lernt ihr? Was waren eure tollsten Erleb­nisse? Was hat euch nach­haltig beein­druckt?

Einige dieser Stories stellt ihr auf eure “Mitmachen”-Seite. Moti­viert die Leute, bei euch mitzu­machen, zeigt ihnen eure Begeis­terung. Das wirkt anste­ckend. Ein Foto von einer oder einem Ehren­amt­lichen und ihre oder seine persön­liche Moti­vation geben eurer Orga­ni­sation ein Gesicht und machen die Seite persön­licher. Oder ihr dreht ein kleines Video, z. B. mit dem Smart­phone, in dem einer von euch erzählt, warum er oder sie bei euch mitmacht.

Ihr könnt hier auch persön­liche State­ments von den Menschen, an die sich eure Angebote richten, einbinden. Das zeigt, warum eure Arbeit wichtig ist und wie sie in eurem Umfeld wirkt. Wenn ihr einen Blog habt oder auf einer anderen Seite zeigt, was eure Arbeit bewirkt, könnt ihr auch dahin verlinken.

Das Rationale sprecht ihr zusätzlich zu den Geschichten an: Was haben Enga­gierte bei euch von ihrem Enga­gement? Was lernt der- oder diejenige? Worin kann er oder sie Erfahrung sammeln? Gibt es eine Begleitung durch ausge­bildete Haupt­amt­liche, regel­mäßige Work­shops, an denen Enga­gierte teil­nehmen können?

So wirkt eure “Mitmachen”-Seite

Die Stories sprechen das Herz an: Sie zeigen, was eure Arbeit bewirkt. Sie moti­vieren, inspi­rieren zu eigenen Taten.

Ich gehe als Inter­es­sierte am Enga­ge­menet bei euch auf eure Website. Im Text zu den Enga­ge­ment­tä­tig­keiten (Rollen­profile) lese ich, was ich zur Arbeit beitragen kann. Wie ich den Zweck der Orga­ni­sation unter­stützen kann: Klima­schutz, Bildung in meiner Stadt oder globale Gerech­tigkeit.

Und ganz unten finde ich gleich ein Formular, bei dem ich nur noch anklicken muss, worauf ich Lust habe. Dann bekomme ich im Idealfall ein paar Tage später eine E-Mail mit den Infor­ma­tionen, wie ich jetzt konkret mitmachen kann: Das nächste Vereins­treffen, der nächste Akti­onstag, den Termin für das Erst­ge­spräch verab­reden. Oder ich sehe gleich die Termine der nächsten Treffen in meiner Stadt auf der Website und kann einfach vorbei­kommen.

Ich habe einfach und schnell alle Infor­ma­tionen gefunden, bin moti­viert, mitzu­machen. Dank der Rollen­profile habe ich eine erste Vorstellung, ob die Tätigkeit etwas für mich ist. Schnell und einfach ist auch der Erst­kontakt mit der Orga­ni­sation.

6. Authen­tisch bleiben

Wichtig ist: Bleibt mit euren Infor­ma­tionen authen­tisch. Die Stories, die ihr auf eure „Mitmachen“-Seite stellt, sollten den realen „Engagement“-Alltag abbilden. Erleben eure Enga­gierten tatsächlich ähnliches, wenn sie mitmachen? Gibt es tatsächlich die Möglichkeit, die Kompe­tenzen in den geschil­derten Feldern zu erwerben?

Das verhindert falsche Erwar­tungen und Enttäu­schungen der Ehren­amt­lichen.

7. Sprach­ver­sionen

Können Leute bei euch mitmachen, die noch wenig Deutsch oder sogar nur Englisch sprechen (oder eine andere Sprache)? Zeigt das auf eurer Website: Schreibt eine Version in Deutsch, die leicht verständlich ist. Kurze Sätze, wenig Fach­be­griffe.

Oder erstellt zusätzlich eine englische Version eurer Enga­gement-Seite. Dort sollte dann auch stehen, was ihr genau macht, zumindest, wenn eure rest­liche Website nicht auf englisch verfügbar ist. Auf diese Seite könnt ihr auf Social Media hinweisen, wenn ihr Leute mit mitt­leren oder wenig Deutsch­kennt­nissen ansprecht.

Sprecht Leute an, die neu (oder schon länger) in eurem Ort sind. Für sie ist eure Orga­ni­sation eine Möglichkeit, Leute vor Ort kennen­zu­lernen, die Sprach­kennt­nisse zu vertiefen und sich auch noch zu enga­gieren.

8. Von anderen abgucken

Seht euch doch auch mal bei ähnlichen Orga­ni­sa­tionen um: Wie haben sie ihre „Mitmachen“-Seiten gestaltet und geschrieben? Was gefällt euch daran, was passt zu eurer Orga­ni­sation und eurem Spirit? In welchem Sprachstil möchtet ihr eure inter­es­sierten Besu­chenden ansprechen?

Eine anspre­chende Mitmachen-Seite hat zum Beispiel die Initiative klein­erfünf. Da steht direkt drauf, was jemand mitbringen sollte, der mitmachen möchte. Man weiß sofort: Ok, wenn ich noch keine Ahnung davon habe, aber moti­viert und zuver­lässig bin, kann ich mitmachen – und auch noch ganz viel lernen.

Außerdem sind wichtige Infor­ma­tionen verlinkt. Wer zum Beispiel über Social Media auf die „Mitmachen“-Seite kommt, und die Initiative noch nicht kennt, findet sofort Links mit den wich­tigsten Infor­ma­tionen. Und ein Kontakt­for­mular gibt es direkt daneben. Wer also denkt, „oh das ist ja spannend“, kann das direkt ausfüllen. (Direkt nach dem Lesen ist der Leser ja eh gerade so moti­viert.)

Ein Kontakt­for­mular, wo Inter­es­sierte einfach auswählen, was sie machen wollen, nutzt der Verein MENTOR – Die Leselern­helfer HAMBURG e.V.. Einfach, schnell, unkom­pli­ziert.

Die bewegung.jetzt (Partei) plat­ziert einfach auf der Start­seite zwei große Buttons für die beiden Mitmach­mög­lich­keiten: „Zu einem Treffen kommen“ und „Jetzt online betei­ligen“ und direkt darunter die Möglichkeit, sich für den News­letter anzu­melden. Das kann man beim Scrollen gar nicht über­sehen. Der Termine-Button zeigt dann die Veran­stal­tungs­liste, die sogar nach Bundesland, Stadt und Kate­gorie gefiltert werden kann. Das macht es einfach, die Menschen der Bewegung mal bei einem Treffen kennen­zu­lernen und heraus­zu­finden, ob das Enga­gement zu einem passt.

Fazit: Wie die Website nutzen, um Ehren­amt­liche zu finden?

  1. Mitmachen”-Seite auf der Website & ein eigener Menü­punkt
  2. Mitmachen”-Button auf die Start­seite
  3. Infor­ma­tionen übers Enga­gement auf die Website
  4. Verschiedene Kontakt­mög­lich­keiten anbieten, darunter ein Kontakt­for­mular
  5. Persön­liche Moti­vation von euch als Enga­gierten zeigen
  6. Authen­tisch bleiben
  7. Andere Sprach­ver­sionen anbieten
  8. Für anspre­chende “Mitmachen”-Seiten bei anderen Orga­ni­sa­tionen inspi­rieren lassen

Hast du weitere Tipps für die eigene Website? Wie findet ihr neue Ehren­amt­liche über eure Website?

Arbeits­blatt für die Team­sitzung

Damit ihr in eurer Team­sitzung struk­tu­riert über­legen könnt, wie ihr eure Website für neue Enga­gierte verbessert, habe ich ein Arbeits­blatt zu diesem Artikel erstellt. So könnt ihr entscheiden, welche Punkte ihr umsetzen möchtet. Check­liste Website down­loaden

 

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