Info­gra­fiken visua­li­sieren Daten, Zusam­men­hänge und vieles mehr. Sie sind schnell zu erfassen und machen Jahres­be­richten und Social-Media-Kanäle von Stif­tungen, Vereinen und anderen Non-Profit-Orga­ni­sa­tionen abwechs­lungs­reicher. In dieser Arti­kel­serie geht es darum, wie Orga­ni­sa­tionen Info­gra­fiken erstellen und nutzen können. Dieser Artikel zeigt dir, wie du Ideen für Info­gra­fiken sammelst.

Du weißt schon ungefähr, was du in deiner Info­grafik darstellen willst? Dann musst du dich noch ein wenig gedulden, bis die Artikel zu den Grafi­k­arten erscheinen.

Ich fasse den Begriff Info­gra­fiken hier bewusst sehr weit: Einfache Diagramme zähle ich genauso dazu wie komplexere Illus­tra­tionen.

Möchtest du die vorhan­denen Daten deiner Orga­ni­sation nutzen? Dann ist dein nächster Schritt, die Daten auszu­werten und heraus­zu­finden, was du mit deiner Info­grafik erzählen möchtest. Um die Auswertung der Daten wird es im Artikel 5 Tipps für die Auswertung der Daten gehen.

In diesem Artikel bist du richtig, wenn du noch keine Ideen für die Info­grafik hast oder erst einmal viele Ideen sammeln möchtest.

Über­sicht über die Arti­kel­serie

Info­gra­fiken-Brain­storming

Ich zeige dir zwei Möglich­keiten, wie du zu Ideen kommst. Der erste Weg führt dich über gezieltes Brain­storming anhand einer Fragen­liste. Dabei entsteht viel­leicht noch die ein oder andere Content-Idee für deine Öffent­lich­keits­arbeit, abseits von Info­gra­fiken. Wählst du den zweiten Weg, nutzt du zwei Tools, um Themen, Frage­stel­lungen, Konzepte zu sammeln. Anhand der (imagi­nären) Beispiel­or­ga­ni­sation Prinatura zeige ich dir, wie so ein Brain­storming zu deiner Orga­ni­sation aussehen kann. Info­gra­fiken können verschiedene Arten von Infor­ma­tionen visua­li­sieren. Wenn du weißt, was du mit Info­gra­fiken visua­li­sieren kannst, kannst du dich gezielt auf die Suche nach Themen deiner Orga­ni­sation machen, die sich visua­li­sieren lassen.

1.      Brain­storming zu deiner Orga­ni­sation

Die folgenden Fragen helfen dir, Themen und Ideen zu deiner Orga­ni­sation zu sammeln. Desto ausführ­licher deine Notizen zu den Fragen, desto mehr Stoff sammelst du für Info­gra­fiken und Content.

Arbeit deiner Orga­ni­sation

  • In welchen Themen­feldern enga­giert sich deine Orga­ni­sation?
  • In welche Arbeits­be­reiche / Abtei­lungen / Projekte unter­teilt sich deine Orga­ni­sation?
  • Was sind die Ziele dieser Arbeits­be­reiche? Welche Themen bear­beiten sie? Welche Probleme gehen sie an?
  • Welche Entwick­lungen haben einen Einfluss auf die Orga­ni­sation? Welchen Einfluss haben sie auf die Arbeit deiner Orga­ni­sation? Diesen Einfluss kannst du viel­leicht nicht mit Daten belegen, aber du kannst die Entwicklung und Zahlen deiner Orga­ni­sation in einen Zusam­menhang einbetten. Arbeitest du mit Geflüch­teten? Die Verän­derung der Herkunfts­länder von neu ankom­menden Geflüch­teten spiegelt sich viel­leicht in den verän­derten Herkunfts­ländern der Teil­neh­menden wieder.
  • Gibt es in deiner Orga­ni­sation Abläufe, die für die Öffent­lichkeit inter­essant sind? Zum Beispiel, welche Schritte Orga­ni­sa­tionen durch­laufen, die eine Förderung bean­tragen. Wie Studie­rende an ein Stipendium kommen, wie ihr Teil­neh­mende in Arbeit oder Ausbildung vermittelt. Ob es nun Abläufe in eurer Orga­ni­sation selbst oder in der Natur, Politik oder Stadt­ver­waltung sind: Abläufe lassen sich sehr gut visua­li­sieren und sind so viel leichter zu verstehen als in einem langen Text.
  • Wählt deine Orga­ni­sation eine bestimmte Heran­ge­hens­weise bei der Problem­lösung? Du kannst diese Heran­ge­hens­weise alleine visua­li­sieren oder mit anderen Heran­ge­hens­weisen vergleichen.
  • Vor welchen Problemen stehen dieje­nigen, die eure Angebote wahr­nehmen? Zu welchem Zweck nehmen sie an den Ange­boten teil, was wollen sie damit erreichen?

Fragen nutzen

  • Was fragen häufig Menschen, die auf deine Orga­ni­sation treffen? Denke dabei an unter­schied­liche Gruppen:
    • Teil­nehmer, Klienten, Pati­enten. Kurzum: Menschen, die eure Angebote wahr­nehmen.
    • Dieje­nigen, denen ihr an Info­ständen in der Innen­stadt oder auf Messen von der Arbeit eurer Orga­ni­sation erzählt.
    • Förderer, Spender, Unter­nehmen, mit denen ihr Part­ner­schaften pflegt.
    • Deine Bekannten, die dich nach deiner Arbeit / deinem Enga­gement bei deiner Orga­ni­sation befragen. Diese Menschen haben die Außen­an­sicht auf deine Orga­ni­sation: Was sie fragen, inter­es­siert viel­leicht auch eure Follower auf den Social Media, die eure Arbeit verfolgen.

Vorlie­gende Daten

  • Welche Daten hat deine Orga­ni­sation vorliegen? Erfasst sie Teil­neh­mer­zahlen, verschenkte Tickets oder die Zahl der Aktionen jährlich? Denke dabei an eure letzten Jahres­be­richte: Welche Zahlen wurden dort genannt, auch in den Texten zu den einzelnen Projekten oder Arbeits­be­reichen. Viel­leicht fragst du auch gleich mal bei den Projekt- oder Arbeits­be­reichs­lei­tungen nach, welche Zahlen sie dir sonst noch liefern können.

Viel­leicht hast du jetzt schon eine Idee, wie du die Arbeit deiner Orga­ni­sation oder das Thema deiner Orga­ni­sation mit einer Info­grafik darstellen kannst. Die Infor­ma­tionen, die du dir zu deiner Orga­ni­sation notiert hast, kannst du nicht nur für Info­gra­fiken nutzen: Sie liefern auch Content-Ideen für andere Social-Media-Beiträge, Print­pu­bli­ka­tionen oder euren Blog. Alles, was du dir notierst, wird zu deinem Content-Fundus.

Du willst noch mehr Ideen sammeln? Die Recher­che­tools Google News und answert­he­public helfen dir weiter.

2.      Mit Recher­che­tools zu Ideen

Bei Google News lassen sich Pres­se­bei­träge zu bestimmten Themen suchen. Suche nach den Themen, mit denen sich deine Orga­ni­sation befasst. Du kannst die Suche konkre­ti­sieren, indem du nach den Arbeits­feldern verschie­dener Abtei­lungen suchst. Mit welchen Themen befassen sich Artikel zu den Themen deiner Orga­ni­sation? Welche Themen werden nur gestreift? Kannst du diese in einer Info­grafik vertiefend erläutern? Notiere dir auch die Statis­tiken und Daten­quellen, die die Artikel nennen.

Bei answerthepublic.com findest du die Such­an­fragen, die häufig zu einem Wort gestellt werden. Du erfährst so, was die Öffent­lichkeit besonders an dem Thema deiner Orga­ni­sation inter­es­siert. Stelle deine gewünschte Sprache ein, wenn deine Orga­ni­sation nur im deutsch­spra­chigen Raum arbeitet, wähle Deutsch. Suche nach verschie­denen Schlag­wörtern zu deiner Orga­ni­sation und sieh dir die Resultate an: Was wird häufig gesucht?

Als Schlag­wörter eignen sich die Themen deiner Orga­ni­sation, ihre Arbeits­weise oder Vorge­hens­weise, wenn es dazu einen Fach­be­griff gibt, viel­leicht auch eine Berufs­be­zeichnung. Nutze die Such­an­fragen als Anregung: Habt ihr dazu Daten aus eurer Orga­ni­sation vorliegen? Lassen sich zu den Such­an­fragen Info­gra­fiken gestalten? Beant­worten Statis­tiken die Such­an­fragen? Geht deine Orga­ni­sation eines der Probleme an, die gesucht werden? Kannst du in einer Info­grafik zum Beispiel den Ansatz deiner Orga­ni­sation erklären?

Ein Beispiel aus der Praxis ist die britische Orga­ni­sation Blurt, die Menschen mit Depres­sionen unter­stützt. Sie hat in einem Blog­beitrag die zehn häufigsten Google-Such­an­fragen, die mit “Why does depression” beginnen, beant­wortet. Das ist zwar keine Info­grafik, zeigt aber, wie ihr die Infor­ma­tionen aus den Recher­che­tools für eure Content-Produktion nutzt.

Ideen für eine Beispiel­or­ga­ni­sation

Über­legen wir doch einmal anhand einer Beispiel­or­ga­ni­sation, was sich alles in Info­gra­fiken visua­li­sieren lässt:

Der (imaginäre) Bochumer Verein Prinatura tritt für einen nach­hal­tigen Lebensstil ein. Das Über­thema ist somit „Nach­hal­tigkeit“. Die einzelnen Projekte befassen sich mit den Themen „Plastik vermeiden“, „nach­haltige Mode“, „Umwelt­bildung“. Sie gehen das Problem an, dass es umständlich erscheint, sich mit nach­hal­tigen Themen zu befassen und nach­hal­tiger zu leben. Teil­neh­mende oder Inter­es­sierte fragen zum Beispiel: “Woran erkenne ich nach­haltige Produkte?”, “Welche Siegel gibt es?” oder “Wie vermeide ich Plas­tikmüll?”. Prinatura erfasst die Teil­neh­mer­zahlen an den Bildungs­pro­jekten und inwiefern sich die Einstel­lungen der Teil­nehmer durch die Bildungs­pro­jekte verändern. Die Menschen, die zum Beispiel an den Konsum-Stadt­rund­gängen teil­nehmen, möchten folgendes Problem angehen: Im Alltag einfach nach­hal­tiger leben.

Info­gra­fiken visua­li­sieren z. B. Statis­tiken, Abläufe, Prozesse, Hier­ar­chien, histo­rische Entwick­lungen, Prin­zipien, Konzepte und Bezie­hungen.

Prinatura stellt Statis­tiken in Info­gra­fiken dar, zum Beispiel Teil­neh­mer­zahlen oder die verän­derten Einstel­lungen.

Abläufe, die visua­li­siert werden können, sind zum Beispiel der Weg fairer Mode in den lokalen Laden oder wie Prina­turas einjährige Schul­pro­jekte ablaufen. Schul­klassen können für nach­haltige Projekt­ideen Gelder bean­tragen und Coachings erhalten. Prinatura zeigt den Schülern in einfachen Info­gra­fiken, wie sie an die Projekt­för­derung kommen und was die Coachings beinhalten.

Hier­ar­chien stellt Prinatura bis auf das Orga­ni­gramm, welches die Abtei­lungen des Vereins zeigt, nicht dar. Welche histo­ri­schen Entwick­lungen könnte Prinatura darstellen? Wie wäre es mit der Entwicklung der fairen Mode­in­dustrie oder poli­ti­schen Entwick­lungen im Umwelt­schutz.

Welche Prin­zipien Prinatura in Info­gra­fiken aufzeigen kann? Prinatura könnte beispiels­weise erklären, warum es die Methode der Stadt­rund­gänge nutzt. Was ist das Konzept dahinter, was verspricht sich Prinatura davon, welche Auswirkung haben die Stadt­rund­gänge? Hinter den  unter­schied­lichen Zerti­fi­zie­rungen für Mode und Lebens­mittel stecken verschiedene Ansätze: Manche Labels legen den Fokus nur auf ökolo­gische Kriterien, andere beziehen auch soziale Kriterien ein. Prinatura könnte in einer Info­grafik die Unter­schiede zwischen den verschie­denen Labels zeigen.

Unter­schied­liche Infor­ma­ti­ons­arten

Wie im Beispiel über­legst du also nun, welche Infor­ma­ti­ons­arten zu deiner Orga­ni­sation visua­li­siert werden können. Gehe deine Notizen durch und suche nach Ideen:

Welche

  • Statis­tiken / Zahlen
  • Abläufe / Prozesse
  • Hier­ar­chien
  • histo­rische Entwick­lungen
  • Prin­zipien, Konzepte und Bezie­hungen

lassen sich visua­li­sieren? Verbinde die Themen mit diesen Infor­ma­ti­ons­arten, z. B. “Thema: Inte­gration” und “Abläufe”. -> Welche Abläufe kannst du zum Thema Inte­gration visua­li­sieren?

Oder das Problem, dass Jugend­liche die Orien­tierung fehlt, welche beruf­lichen Wege ihnen offen­stehen. -> Welche Zahlen, Abläufe oder Entwick­lungen kannst du zu diesem Problem visua­li­sieren? Etwa, wie sich die Arbeit mit diesen Jugend­lichen in deiner Orga­ni­sation in den letzten Jahren entwi­ckelt hat.

So kommst du zu vielen Info­grafik-Ideen. Sammle erst wild drauf los, bevor du die Ideen bewertest und über­legst, welche Infografik(en) du wirklich umsetzen kannst und willst. Lasse deiner Krea­ti­vität freien Lauf, notiere erst einmal auch die verrück­testen Ideen. Wegstreichen kannst du später immer noch. Oder die Ideen modi­fi­zieren, sodass sie machbar werden.

Themen und Ideen für die Info­grafik auswählen

Nun hast du viele Ideen aufge­schrieben. Im nächsten Schritt über­legst du,  welche Themen für deine Öffent­lichkeit inter­essant sind. Denke dabei an deine Ziel­gruppen. Welche Ziel­gruppen wollt ihr über Social Media, eure Print­pu­bli­ka­tionen oder auf Veran­stal­tungen erreichen? Warum inter­es­siert sie ein bestimmtes Thema? Welche Themen sind für sie relevant? Warum sind die Themen für sie inter­essant?

Viele Info­gra­fiken lassen sich für mehrere Kanäle nutzen, etwa Social Media und euren Jahres­be­richt. Viel­leicht möchtest du manche Statis­tiken nur als interne Entschei­dungs­hilfe nutzen. Oder das Thema der Info­grafik ist sehr spezi­fisch und eignet sich nur für euer Fach­pu­blikum. Berück­sichtige also die Ziel­gruppe, wenn du dir deine Themen­ideen bewertest. Schreibe dir neben die Ideen, wenn sie nur für einige eurer Ziel­gruppen inter­essant sind.

Nun hast du sicher Ideen, was du visua­li­sieren möchtest.

Wenn du Daten aus deiner Orga­ni­sation nutzt, oder du einen Ablauf aus deiner Orga­ni­sation visua­li­sieren möchtest, brauchst du keine externe Daten. In diesem Fall musst du dich noch etwas gedulden, bis mein Artikel zu den Grafi­k­arten erscheint.

Du hast bisher nur grobe Themen­ideen? Dann findest du in meinem nächsten Artikel Tipps zu Daten­quellen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Wenn du möchtest, kannst du einen Namen, eine Website und eine E-Mail-Adresse angeben. Diese Daten sowie dein Kommentar und das Datum werden solange gespeichert, bis du widersprichst.

Deine IP-Adresse wird nicht gespeichert. Mehr Informationen zum Datenschutz erhältst du in der Datenschutzerklärung: Zur Datenschutzerklärung