Gott­schling 2010, GABAL Verlag, 153 Seiten. 19,90€.

Nach­dem ich schon vor eini­gen Mona­ten einen Buch­tipp zum Thema Schreib­fä­hig­kei­ten verbes­sern veröf­fent­licht habe, hier nun ein zwei­ter. Warum? Dieses Buch ist sehr viel umfang­rei­cher als der Band der Reihe 30 Minu­ten, den ich das letzte Mal vorge­stellt habe. Für dieje­ni­gen, die ihre Schreib­kom­pe­ten­zen nach eini­ger Zeit nun weiter ausbauen wollen, bietet er eine umfang­rei­che Samm­lung an Leit­fä­den und Tipps.

Nun zum Buch:

In 6 Kapi­teln werden verschie­dene Themen rund ums Schrei­ben beleuch­tet:

  1. Grund­la­gen: Gram­ma­tik-Wieder­ho­lung
  2. Stil: Stil-Werk­zeug­kas­ten
  3. Formen: Formelle Aspek­ten unter­schied­li­cher Text­sor­ten
  4. Hand­werk: Wissen rund um einige wich­tige Texter-Berei­che
  5. Werk­zeuge: Nütz­li­che Recher­che­li­te­ra­tur- und links
  6. Zauber­kas­ten: „Sofort-Programm für bessere Texte“ als Tipp-Liste

Im Kapi­tel zur Gram­ma­tik werden die Wort­ar­ten, Satz­ty­pen und Satz­glie­der wieder­holt. Kurz, verständ­lich und stets an Beispie­len erklärt. Danach folgen Ausfüh­run­gen zu den Satz­zei­chen: Welche Möglich­kei­ten gibt es, Frage­zei­chen geschickt in einem Text einzu­set­zen? Wann schreibt man eigent­lich groß und wann klein nach einem Doppel­punkt? Was ist der Effekt eines Kommas, Semi­ko­lons oder Doppel­punkts? Nach­dem diese und weitere Fragen geklärt sind, widmet sich der Autor dem Thema Lesen.  Ausge­hend von einer Erklä­rung, wie eigent­lich das Lesen funk­tio­niert, werden einige Tipps zur Ausge­stal­tung von Texten, etwa dem Schrift­bild und einzel­nen Wörtern, gege­ben.

Der Stil­bau­kas­ten erklärt, wie der Leser emotio­na­ler schrei­ben kann. Sehr hilf­reich ist hier die Liste mit konkre­ten 7 Tipps, die mit anschau­li­chen Beispie­len gespickt sind. Der Abschnitt zum Ton des Textes zeigt, wie wich­tig dieser für den Text ist. Für den Ersatz von Super­la­ti­ven hat der Autor eine hilf­rei­che Alter­na­ti­ven-Liste zusam­men­ge­stellt. Der Umgang mit Flos­keln und Füll­wör­tern und Angli­zis­men wird kommen­tiert und einige Tipps an die Hand des Schrei­bers gege­ben.

Das Kapi­tel zu Text­sor­ten widmet sich Werbe­brie­fen, Pres­se­mit­tei­lun­gen, Beiträ­gen in Fach­zeit­schrif­ten, Liebes­brie­fen, Teasern und dem Roman. Worauf ein Schrei­ber bei den jewei­li­gen Text­sor­ten achten muss, welche verschie­de­nen Möglich­kei­ten es gibt, wie die Struk­tur der Text­sorte aussieht und eini­ges mehr erklärt dieses Kapi­tel. Check­lis­ten zu Werbe­brief, Pres­se­mit­tei­lung und Liebes­brief bieten Hilfe­stel­lung zur Text­pla­nung und abschlie­ßen­den Text­über­prü­fung.

Das Kapi­tel zum Hand­werk liefert Wissen zur Unter­schrift in Brie­fen, rich­ti­gen Formu­lie­rung von Anre­den und Anschrif­ten, Groß- und Klein­schrei­bung, Head­lines, Zitier­re­geln und zur Inde­xie­rung. Zu den Head­lines zeigt der Autor verschie­dene Einsatz­zwe­cke und gibt konkrete Tech­ni­ken an die Hand, wie diese formu­liert werden können.

Es folgt das Werk­zeug-Kapi­tel. Dort finden sich verschie­denste Links zur Recher­che, zur Suche von Fremd­wör­tern, Synony­men und weite­rem. Einige sehr spezi­elle Websites werde ich wohl nicht verwen­den und den Wiki­pe­dia-Eintrag hätte der Autor sich auch sparen können. Einige nütz­li­che Links sind sicher trotz­dem dabei.

Und zu guter Letzt: Der Zauber­kas­ten. Von den 7 Schreib-Tricks zur Verbes­se­rung eines Textes helfen zwei bei der Planung und Erstel­lung des Textes. Die ande­ren fünf lassen sich als Check­liste zur Über­ar­bei­tung eines Textes nutzen.

Am Ende des Buches finden sich weitere Lite­ra­tur­tipps und ein Regis­ter.

Ange­nehm ist die Aufma­chung des Buches. Zu Anfang jedes Kapi­tels findet sich in einem farbig hinter­leg­ten Kasten ein klei­nes Inhalts­ver­zeich­nis für das jewei­lige Kapi­tel. Einige gezielt einge­setzte Grafi­ken veran­schau­li­chen die Inhalte. Das Buch lebt von zahl­rei­chen Beispie­len, die die Tipps verdeut­li­chen und die Fanta­sie anre­gen.

Ergän­zend zum Buch finden sich Online-Inhalte im Web. Zu den einzel­nen Kapi­teln gibt’s kleine Test und Übun­gen, um den Inhalt zu wieder­ho­len. Beson­ders eindrucks­voll ist die Übung zur Tona­li­tät. Einfach mal auspro­bie­ren! Leider lässt sich die Übung zur Pres­se­mit­tei­lung nur mit dem Inter­net Explo­rer (!) öffnen. Dieses Feature der Online-Ergän­zung ist ganz nett gemeint.

Fazit

Der Autor schreibt, er habe sich selbst beim Einstieg ins Texten ein Buch mit allen wesent­li­chen Infor­ma­tio­nen gewünscht, welches neben Gram­ma­tik auch Werk­zeuge zum Schrei­ben vermit­telt. Dies hat er mit diesem wunder­ba­ren Hand­buch geschafft. Man merkt, dass der Autor sein Hand­werk versteht.

Dieses Buch bietet, im Gegen­satz zu dem Buch aus der Reihe 30 Minu­ten, eine Gram­ma­tik-Wieder­ho­lung, mehr konkrete und nicht schon bekannte Tipps, hilf­rei­che Links und Lite­ra­tur, und eine Erläu­te­rung von Text­sor­ten und Text­sor­ten-bezo­gene Hinweise. Ledig­lich vom Kapi­tel Werk­zeug hätte ich mir mehr inter­es­sante Links zum Thema Schrei­ben, Spra­che und Recher­che gewünscht. Ansons­ten sehr empfeh­lens­wert für alle, die ihre Schreib­fä­hig­kei­ten verbes­sern wollen und einen umfang­rei­che­ren Einstieg suchen. Wer sich für verschie­dene Text­sor­ten inter­es­siert und seinen Stil unter­schied­lich gestal­ten möchte, ist mit diesem Buch gut bedient. Wer ledig­lich einen kurzen Einstieg sucht und nur einige Tipps möchte, wie er sein Schrei­ben verbes­sern kann, sollte das Buch 30 Minu­ten Gutes Schrei­ben ins Auge fassen.

 

Link­tipp

  • Texter­club. Die Akade­mie: Die Website des Autors. Dort lässt sich auch ein News­let­ter mit Texter­tipps abon­nie­ren. Außer­dem stellt der Autor viele Arti­kel zu Texter-Themen, Check­lis­ten und vieles mehr bereit.

 

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