Ob der Flyer des Sport­vereins für die Spen­der­suche oder die Präsen­tation der Projekt­er­geb­nisse beim Förder­mit­tel­geber: Die Kompetenz, Daten und Infor­ma­tionen aufzu­be­reiten, ist für viele relevant.

Fast jeder hat schon einmal ein Diagramm in eine Power Point Präsen­tation aufge­nommen. Aber reicht ein Diagramm, um das jeweilige Argument voran zu bringen? Mein heutiger Buchtipp Story­telling with Data: A Data Visua­li­zation Guide for Business Profes­sionals zeigt, wie Daten verständlich und anspre­chend in einem Schaubild darge­stellt werden, um ein Argument zu unter­stützen. Natürlich geht es dabei nicht um die Mani­pu­lation der Daten oder des Betrachters.

Das Buch

In 6 Lektionen erklärt die Autorin, wie eine effek­tivere und passendere Daten­vi­sua­li­sierung gelingen kann.

  1. Im ersten Schritt einer Daten­vi­sua­li­sierung steht die Ziel­gruppe im Fokus. Die Autorin zeigt auf, welche Vorüber­le­gungen zur Ziel­gruppe zu leisten sind. Eine Liste mit Fragen soll helfen, im Gespräch etwa mit einem Kunden die rele­vanten Kennt­nisse über die Ziel­gruppe und den Kontext der Visua­li­sierung zu erhalten. Die kannst du auch für deine eigenen Visua­li­sie­rungen nehmen, um heraus­zu­finden, welche Infor­ma­tionen über die Ziel­gruppe relevant sind. Aber was will ich eigentlich mit meiner Grafik aussagen? Dazu dienen die Methoden, die vorge­stellt werden.
  2. Das passende Schaubild bzw. Diagramm wird ausge­wählt. Der Autor stellt die verschie­denen Typen, wie z.B. das Balken­dia­gramm vor. Zu jedem Schaubild gibt er Tipps, in welchen Anwen­dungs­fällen es sich am besten eignet und was zu beachten ist.
  3. Über­flüssige Elemente müssen aus dem Schaubild entfernt werden. Nach einer Beschreibung wich­tiger Gestal­tungs­ge­setze wird anhand vielen Beispielen deutlich, wie Grafiken über­sicht­licher und effek­tiver werden.
  4. Wie kann die Aufmerk­samkeit des Betrachters etwa durch Farbe und Position von Elementen gelenkt werden? Nach einem kurzen Exkurs zum Gedächtnis und Merken zeigen viele Beispiele, wie der Blick des Betrachters gelenkt werden kann.
  5. Der Leser lernt, wie ein Designer zu denken. Vorher-Nachher-Beispiele zeigen, wie Farbe, Text oder Position genutzt werden können, um die Grafik verständ­licher und nebenbei anspre­chender zu gestalten.

Vor dem letzten Schritt der Visua­li­sierung schließt sich ein Kapitel voller Good-Practice Beispiele der Daten­vi­sua­li­sierung an. Die Autorin fasst anhand der Beispiele die Lern­in­halte aus den voran­ge­gangen Kapiteln zusammen.

  1. Wie kann eine Geschichte entwi­ckelt werden, die die Visua­li­sierung unter­stützt? Wie wird sie aufgebaut? Wie stelle ich sicher, dass sie verständlich ist? Darauf gibt der Autor im sechsten Schritt eine Antwort. Wer sich schon länger mit Story­telling beschäf­tigen wollte, findet hier einen nütz­lichen kleinen Einstieg mit vielen Tipps.

Es schließt sich eine kurze Zusam­men­fassung aller Inhalte an. Danach werden anhand von Fall­studien einige Probleme bei der Visua­li­sierung ange­gangen. Dazu gehört z.B. wie unüber­sicht­liche Lini­en­dia­gramme vermieden werden können. Ein ganzes Kapitel enthält Tipps und Vorschläge der Autorin zur Weiter­ent­wicklung der Visua­li­sie­rungs­fä­hig­keiten nach der Lektüre. Sie geht etwa auf die Wahl der Programme zur Erstellung ein und teilt eine ganze Reihe an Link­tipps zur Inspi­ration.

Viele Schau­kästen im Buch liefern Hinweise zu weiter­füh­render Lite­ratur und Tipps, die sich nicht immer nur auf die Daten­vi­sua­li­sierung beschränken. Das Design des Buchs ist über­sichtlich, einfach gehalten und anspre­chend.

Meine Meinung

Was mir an dem Buch gut gefällt, sind erst einmal die vielen Beispiel-Grafiken. Sie sehen sehr profes­sionell aus und bringen die Lern­in­halte aus dem Text sehr gut rüber. Auch wenn ich mich noch nicht so sehr mit den Down­loads beschäftigt habe, finde ich es toll, dass diese das Buch ergänzen.

Manchmal finde ich persönlich die Tipps in den Schau­kästen etwas über­flüssig, etwa zum Halten von Präsen­ta­tionen. Da geht mir das Buch etwas weit weg vom Kern­inhalt des Daten Visua­li­sierens. Aber das ist nur ein kleines Manko.

Die Autorin behandelt nicht nur „Wie erstelle ich ein halbwegs schönes Diagramm in Excel“. Statt­dessen wird eine Band­breite an Themen abge­deckt, die für eine profes­sio­nelle Visua­li­sierung hilf­reich sind: Story­telling, Diagramm­typen, Design­tipps, das Gedächtnis und was dies für die Visua­li­sierung bedeutet, Dabei verliert sich die Autorin meist nicht in Details irrele­vanter Sach­ver­halte. Statt­dessen liefert sie dort zusätz­liche Infor­ma­tionen zu Themen wie Design oder dem Gedächtnis, wo sie relevant sind. Sie zeigt, wie diese Infor­ma­tionen für die Visua­li­sierung genutzt werden können. Ich bin immer noch begeistert von diesem Buch!

Neu kostet das Buch ca. 35€ und ist auch auf Deutsch erhältlich (Story­telling mit Daten). EIn Buchtipp zur Verbes­serung der Schreib­fä­hig­keiten findet sich hier.

Link­tipps

  • Story­telling with Data: Die Website zum Buch.
  • Jörg Block & Interview mit Jörg Block: Ganz andere Grafiken als im Buch erstellt der Illus­trator Jörg Block. Er erstellt u.a. Info­gra­fiken, die auf einer Deutsch­land­karte basieren, für die Zeit. Sehr inter­essant und zur Inspi­ration für künst­le­rische Info­gra­fiken!

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