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Verbessere deine Schreib­fä­hig­keiten – Buch­re­zension zu 30 Minuten Schreiben

Heute stelle ich das Buch 30 Minuten Gutes Schreiben von Thilo Baum vor. Die Reihe 30 Minuten erscheint im GABAL Verlag und behandelt Soft Skills, allge­meine beruf­liche Fähig­keiten sowie spezielle beruf­liche Fähig­keiten etwa aus dem Bereich Verkauf.

Hinter der Buch­reihe steht die Idee, sich in 30 Minuten mehr Wissen und hilf­reiche Tipps zu einem Thema anzu­eignen. Die Aufma­chung versucht die schnelle Wissens­auf­nahme zu unter­stützen: Wichtige Infor­ma­tionen sind in blau gedruckt. Die Einlei­tungs­fragen zu Beginn jedes Kapitels sind mit Hinweisen auf die Unter­ein­heiten des Kapitels versehen. So soll jeder schnell die für ihn rele­vanten Infor­ma­tionen finden. Am Ende des Kapitels wiederholt eine Zusam­men­fassung die Inhalte auf einer Seite. Das Buch schließt mit einem Fastreader, weiter­füh­renden Lite­ra­tur­hin­weisen und einem Register. Der Fastreader enthält auf 4,5 Seiten eine kurze Zusam­men­fassung des Kerns des Buches. Durch das ganze Buch zieht sich eine Liste an durch­num­me­rierten Regeln, die es zu beachten gilt.

Welche Themen­be­reiche werden abgedeckt?

Das Buch behandelt die folgenden Themenbereiche:

  • Gedank­liche Vorarbeit zum Schreiben
  • Guter Stil
  • Satzbau
  • Wortwahl
  • Satz­zeichen
  • Deng­lisch
  • Floskeln ersetzen.

Im ersten Kapitel beschäftigt sich der Autor mit der gedank­lichen Vorarbeit zum Schreiben. Der Autor schlägt ein Konzept vor, wie man vorgeht, um eine bestimmte Text­länge zu füllen. Das allseits bekannte Mind­mapping wird vorge­stellt. Zusätzlich hilft ein Tipp, auf bei der Erstellung auf weitere Aspekte eines Themas zu stoßen. Inter­essant ist bei der Entwicklung des Konzepts die Perspektive der Leser­schaft, die Thilo Baum mehrmals aufgreift.

Im Kapitel zum guten Stil finden sich verschiedene Nega­tiv­bei­spiele. Das Lesen des Kapitels ist daher sehr unter­haltsam und locker. Viele Beispiele zeigen die Tipps des Autors. Im Kapitel zum Satzbau zeigt der Autor, wie der Satzbau eine Melodie erzeugen kann. Thilo Baum ordnet Wörter der Wort­arten Nomen, Verben und Adjektive in sinnlose und sinn­volle. Die Tipps sollen helfen, passende, aussa­ge­kräftige Wörter zu iden­ti­fi­zieren. Auch Binde­wörter für die Kombi­nation zweier Sätze werden bewertet.

Das Kapitel der Satz­zeichen enthält wenig Neues: Kurz werden die verschie­denen Satz­zeichen vorge­stellt und ihre Verwendung disku­tiert. Es folgt noch der Tipp, kein Deng­lisch zu verwenden, wo es nicht zweck­gemäß ist. Ein kleines Verzeichnis enthält Wörter und Wort­gruppen, die durch einfache Konstruk­tionen oder einzelne Wörter sinnvoll ersetzt werden können.

Die Tipps mögen teil­weise etwas lapidar erscheinen. Im Buch werden keine radikal neuen Ideen oder Methoden zur Gedan­ken­findung, zum Schreiben oder zur Wortwahl vorge­stellt. Natürlich müssen die Leser den Text verstehen. Natürlich ist der Einsatz bestimmter Deng­lisch-Begriffe nicht sinnvoll. Dennoch berück­sich­tigen meiner Meinung nach viele Schreiber diese einfachen Tipps nicht.

Ich denke, das Buch bietet eine gute Inspi­ration und Quelle an Tipps, um das eigene Schreiben zu verbessern. Das Lesen allein macht natürlich noch keinen besseren Schreiber. Die Tipps wollen ange­wandt werden. Beim Lesen erscheinen sie viel­leicht zu einfach. Doch wer sich damit ausein­an­der­setzt, inwiefern er die Tipps bereits umsetzt, wird merken, dass sie gar nicht so einfach sind. Es bietet sich an, gezielt einige Tipps heraus­zu­suchen und für den Anfang diese gezielt anzu­wenden. Alter­nativ können die Regeln auch als Check­liste während des Schreibens oder zur Korrektur verwendet werden.

Wünschenswert wäre eine voll­ständige Liste mit den Regeln. Diese könnte kopiert/ausgedruckt und für die jeweilige Schreib­arbeit genutzt werden. Alter­nativ kann man sich diese natürlich auch selbst erstellen und so die Regeln gleich verinnerlichen.

Sicherlich eignen sich die Tipps nicht für jede Textart. Für Fach­texte etwa eignet sich der Hinweis „Verwenden wir keine Vernei­nungen“ sicher nicht. Für einen Romantext auch nicht unbe­dingt. Wohl nicht alle Regeln werden von Jour­na­listen und anderen beruf­lichen Schreibern klanglos akzep­tiert. Wer schreibt, kann sich aus den ange­bo­tenen Hilfe­stel­lungen dieje­nigen heraus­picken, die für sein Schreibziel sinnvoll sind.

Neugierig? Das Buch kostet 8,90€ und hat 96 Seiten. Viel­leicht gibt es das Buch ja sogar in deiner Universitätsbibliothek?

Ich habe keine finan­zi­ellen oder sons­tigen Leis­tungen für das Verfassen dieser Rezension erhalten.

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Dieser Beitrag hat 3 Kommentare

    1. Nora

      Hallo gloria­mo­nique,
      das Buch hat 96 Seiten. Danke für deine Frage, das habe ich gleich mal im Artikel ergänzt!
      Nora

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