Vor einigen Wochen habe ich mich mit dem Einsatz von Brett- und Karten­spielen im Seminar beschäftigt. Da bin ich auf die viel­fäl­tigen Einsatz­mög­lich­keiten von Story Cubes gestoßen. Deswegen findest du in diesem Artikel eine Sammlung an Ideen, wie du sie in deinem Workshop- oder Team­alltag einsetzen kannst.

Story Cubes sind Würfel, auf denen Bilder statt Zahlen abge­bildet sind. Du kannst ein Set auswählen oder mehrere thema­tische Sets kombi­nieren, z. B. das Themenset Reisen und das Themenset Fantasie.

1. Erwar­tungs­ab­frage, Feedback & andere Diskus­si­ons­bei­träge

Du stellst deinen Teil­nehmern in Work­shops eine Frage, zum Beispiel „Was möchtest du in diesem Seminar lernen?“ Bevor die Teil­nehmer die Frage beant­worten, würfeln sie mit einem oder mehreren Story Cubes. In ihrer Antwort sollen sie das gewür­felte Bild mit ihrer Antwort auf die Frage verknüpfen.

Diese Methode ähnelt der Bild­karten-Methode, bei der sich die Teil­nehmer eine Karte aus einem Karten­haufen aussuchen sollen, welche sie mit der Antwort auf eine anfangs gestellte Frage verknüpfen. Wie Bilder und die Asso­zia­tionen Seminare berei­chern, zeigen die Blogs neuland und komfort­zonen

2. Geschichten für ein Medi­en­projekt entwi­ckeln

Du planst ein Medi­en­pro­jekte, zum Beispiel die Produktion eines Videos oder eine Foto­serie? Die Story Cubes unter­stützen deine Gruppe dabei, schneller eine Geschichte zu entwi­ckeln und diese dann kreativ umzu­setzen. So habt ihr mehr Zeit für die Umsetzung und deine Teil­neh­menden bekommen eine Orien­tierung für ihre Gechichte.

3. Krea­ti­vi­täts­technik

Ob als Aufwärmer für das Brain­storming oder um direkt zu neuen Ideen zu kommen: Die Story Cubes eignen sich ausge­zeichnet als Krea­ti­vi­täts­technik. Zum Aufwärmen erzählt ihr eine Geschichte nach den gewür­felten Bildern oder erklärt anhand eines gewür­felten Bildes, was ihr euch von dem Meeting erhofft. Dann geht das nach­fol­gende Brain­storming um einiges leichter.

Alter­nativ taucht ihr mit den Würfeln direkt ins Brain­storming ein. Stellt ihr euch zum Beispiel die Frage: „Wie können wir in der Stadt bekannter werden?“ Dann würfelt ihr und überlegt, wie euch die gewür­felten Bilder bei der Frage helfen können:

Nehmen wir die Bilder Magnet und Biene. Ein Magnet: Magneten halten zusammen. Wir müssen unsere Mitglieder stärker an uns binden, damit diese mehr Leuten erzählen, was wir für eine tolle Arbeit machen. Bienen asso­zi­ieren wir mit dem Ausschwärmen. Wir könnten eine Social-Media-Aktion machen, bei der unsere Mitglieder verschiedene inter­kul­tu­relle (Begegnungs-)Orte in der Stadt foto­gra­fieren (und dafür in die Stadt ausschwärmen). Optional stellen wir diese hinterher in einem öffent­lichen Raum aus.

Erst einmal sammelt ihr also jede Menge Ideen. Hinterher prüft ihr, welche Ideen ihr direkt umsetzen könnt und wie ihr die anderen Ideen modi­fi­zieren könnt, damit sie umsetzbar sind.

4. Story­telling & freies Sprechen üben

Du willst im Workshop Story­telling trai­nieren? Auch hierfür eignen sich die Story Cubes. Monika Setzwein schlägt vor, die Würfel zu nutzen, um das freie Sprechen zu trai­nieren. Du kannst dir auch ein Story­telling-Format aussuchen und deinen Teil­nehmern vorstellen. Ihre Aufgabe ist nun, mithilfe des Story­telling-Formats die Würfel in eine Geschichte zu verwandeln. Hier findest du eine kleine Anleitung, wie du Story Cubes und ein Story­telling-Format kombi­nierst. (Englisch)

5. In der histo­risch-poli­ti­schen Bildung

#pb21 schlägt vor, die Story Cubes in der histo­risch-poli­ti­schen Bildung einzu­setzen. Die Teil­nehmer sollen anhand der Bilder eine Geschichte zu dem Ober­thema des Seminars erzählen. So wieder­holen sie Gelerntes oder zeigen dir, über welche Vorkennt­nisse sie verfügen. Mehr Anre­gungen zu Story­telling in der poli­ti­schen Bildung bekommst du bei #pb21.

6. Rück­blick im Team

Spannend fand ich besonders die Idee, die Story Cubes als Tool für einen Rück­blick (Retro­spektive) im Team einzu­setzen. Jedes Team­mit­glied würfelt und tauscht seine Erfah­rungen aus dem jewei­ligen Jahr aus und bezieht sich dabei auf das gewür­felte Bild. DasScrum Team hat es auspro­biert und berichtet, dass Dinge ange­sprochen wurden, die ohne die Story Cubes viel­leicht unent­deckt geblieben wären.

7. Fürs Kennen­lernen

Auch als Kenn­lern­spiel kannst du die Story Cubes verwenden. Jeder erzählt anhand der Story Cubes ein paar Dinge über sich. Oder mal anders: Jeder sagt eine Sache, die ihn ausmacht, und eine Eigen­schaft, die ihn oder sie gar nicht ausmacht.

8. Fremd­sprache trai­nieren

Anhand der Story Cubes krei­ieren die Lernenden Geschichten in der Fremd­sprache. Ein paar Ideen zum Einsatz im Fremd­spra­chen­un­ter­richt findest du im Blog aktiv mit Deutsch.

9. Story­telling zur Orga­ni­sation entwi­ckeln

Für die Website soll eine Geschichte her, wie eure Orga­ni­sation entstanden ist oder was sie ausmacht. Dafür müsst ihr erst einmal die Geschichten wecken, die tief in euch schlummern. Das Würfeln und freie Asso­zi­ieren von Bildern erinnert euch je nach Frage­stellung an eure Anfangszeit und ihre Hinder­nisse oder an die erste begeis­terte Nutzerin eures Angebots. Oder die Team­mit­glieder erzählen jeweils, wofür für sie die Orga­ni­sation steht, was sie ausmacht. Das hilft euch in eurer Öffent­lich­keits­arbeit.

10. Roman schreiben 😉

Wenn das Schreiben eines Romans auf deiner Bucket List steht, helfen dir auch dabei die Story Cubes. Entweder, um zu einem Thema für deinen Roman zu kommen, oder gleich bei der Entwicklung deiner Story.

Du bist auf den Geschmack gekommen, aber eigene Würfel speziell für deine Anwendung wären prak­tisch? Die tolle Nach­richt: Es gibt einen Gene­rator für Lern­würfel, der dir nach dem Eingeben deiner Ide die Vorlage zum Drucken fertig ausspuckt.

Hast du die Story Cubes schon einmal auspro­biert? Wie hast du sie einge­setzt? Teile doch deine Erfah­rungen mit uns in einem Kommentar.

 

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