Heute zeige ich dir einige Tipps rund um das Thema Text und Seiten in Scribus.

Muster­seiten

Du hast Elemente, die auf mehreren Seiten erscheinen sollen? Dann helfen dir Muster­seiten. Muster­seiten sind Vorlagen, die du auf deine Seiten anwendest. Du plat­zierst auf einer Muster­seite z. B. die Seiten­zahlen und ein Logo. Dann erscheinen das Logo und die jeweilige Seitenzahl auf allen Seiten, die auf dieser Muster­seite beruhen. Prak­tisch!

Fangen wir mal an.

Zuerst richten wir eine neue Muster­seite ein. Auf der Muster­seite soll unten jeweils außen die Seitenzahl erscheinen. Außerdem möchten wir, dass ein Logo auf der Seite oben rechts zu sehen ist.

Wir benö­tigen zwei Muster­seiten. Warum? Weil die Seiten­zahlen außen stehen sollen. Wenn die Seite eine linke Seite in der Broschüre ist, steht die Seitenzahl links. Ist die Seite eine rechte Seite, steht sie rechts.

Klicke auf „Bear­beiten“ im Menü. Wähle dann „Muster­seiten“.

Zu sehen ist das Hauptmenü, es wurde auf "Bearbeiten" geklickt und im nächsten Schritt wird "Musterseiten" angeklickt.

Es öffnet sich ein kleines Fenster.

Fenster "Musterseiten bearbeiten"

Klicke auf das Symbol für „Neue Muster­seite hinzu­fügen“. Es öffnet sich noch ein neues Fenster, in dem du den Namen für die Muster­seite angeben kannst. Wir nennen sie hier einmal „Artikel-ganz­seitig-links“ und wählen im Dropdown-Menü darunter „Linke Seite“ aus.

Hier ist u sehen, wie eine neue Musterseite erstellt und benannt wird.

Danach drückst du OK und erstellst eine weitere Muster­seite mit dem Namen „Artikel-ganz­seitig-rechts“ und wählst dabei im Dropdown-Menü „Rechte Seite“ aus.

In deinem Scribus Dokument siehst du ein Fenster mit dem Namen „Über­sicht“. Dort findest du ganz oben unter dem Namen deines Doku­mentes die Muster­seiten, die in deinem Dokument vorhanden sind. Darunter findest du die Seiten, also die Seiten, die du für deine Broschüre angelegt hast. Siehst du das Fenster nicht? Du kannst es akti­vieren, indem du im Menü auf „Fenster“ klickst, und auf „Doku­ment­struktur“ klickst. Dann erscheint das Fenster.

Das Fenster "Übersicht" ist zu sehen. Oben steht immer der Name des geöffneten Dokuments. Darunter sind die vorhandenen Musterseiten aufgelistet. Darunter befinden sich alle normalen Seiten.

Um eine Muster­seite zu bear­beiten, klickst du einfach auf den Namen der Muster­seite in der Über­sicht. Nun kannst du Elemente zu der Seite hinzu­fügen. Wir beginnen mit dem Raster. Wie du ein Gestal­tungs­raster einstellst, habe ich im ersten Artikel zu Scribus schon erklärt.

Klicke dafür auf „Seite“ im Menü und wähle „Hilfs­linien bear­beiten“ aus. Es öffnet sich ein Fenster, in dem du die Regis­ter­karte (=Tab) „Spalte/Zeile“ anklickst. Dort stellst du das Raster ein. Wir möchten hier 6 Zeilen und 6 Spalten. Hier ist die Beschriftung von Scribus etwas irre­führend: Da steht „Spalte / Zeile“. Wenn wir eine Spal­ten­anzahl von 6 auswählen, gehen wir davon aus, dass Scribus uns 6 Spalten einstellt, die zwischen einander insgesamt 5 Linien haben. Scribus nimmt aber die Zahl 6, die wir einge­geben haben, und erstellt uns so viele Spalten, dass dazwi­schen 6 Hilfs­linien verlaufen. Wir haben also gar nicht 6 Spalten einge­stellt, sondern 6 Hilfs­linien. Das ist ungünstig, wir wollten doch keine 7 Spalten, die von 6 Linien getrennt werden. Wir wollten 6 Spalten. 6 Spalten werden von 5 Linien getrennt. Also stellen wir hier „5“ ein, wenn wir 6 Spalten wollen. Zu kompli­ziert? Du stellst einfach immer eine Zahl weniger ein, als du Spalten oder Zeilen haben möchtest. Bei 6 Spalten: 5 Hilfs­linien. Bei 4 Spalten: 3 Hilfs­linien. Und so weiter.

Geöffnet ist das Fenster "Hilfslinien bearbeiten". Dort ist die Anzahl der Spalten auf "9", die Anzahl der Zeilen (vertikal) 6 ausgewählt.

Scribus stellt hier 7 Spalten ein, obwohl wir 6 einge­stellt haben. Scribus nimmt also gar nicht die 6 als Anzahl der Spalten, sondern für Scribus ist die 6 die Anzahl der Hilfs­linien.

Außerdem wählst du in diesem Fenster noch den Abstand zwischen den Spalten und die Einstellung „Relativ zu Ränder“. Der Abstand zwischen den Spalten soll bei uns 5mm betragen. Dann klickst du „Auf alle Seiten anwenden“.

Du wählst in diesem Fenster noch den Abstand zwischen den Spalten und die Einstellung „Relativ zu Ränder“. Der Abstand zwischen den Spalten soll bei uns 5mm betragen. Dann klickst du „Auf alle Seiten anwenden“.

Nun fügst du alles, was auf allen Seiten, die auf der Muster­vorlage beruhen sollen, in diese Muster­seite ein. In diesem Fall ist das erst einmal das Logo. Dafür ziehst du einen Bild­rahmen auf und lädst ein Logo (oder ein anderes Bild, solltest du gerade kein Logo zur Hand haben.) Zu den Seiten­zahlen kommen wir später.

Nun klickst du in der Über­sicht auf deine Seite 2.

Zu sehen ist das Fenster "Übersicht". Hier wurde die Seite 2 ausgewählt.

Bisher ist die Seite 2 leer. Rechtsklick -> „Muster­seite anwenden“.

Rechtsklick auf den Text "Seite 2" in der Übersicht. „Musterseite anwenden“ anklicken.

Es öffnet sich ein Fenster.

Zu sehen ist das Fenster "Musterseite anwenden" und dort wurde "Gerade Seitenzahlen" ausgewählt.

Die zweite Seite im Magazin ist eine linke Seite. Deswegen wählen wir für die Muster­seite die linke Arti­kel­seite. Diese wollen wir auf alle geraden Seiten anwenden, da diese immer linke Seiten sind. „OK“. Nun ist alles, was wir in der Muster­seite eingefügt haben, auf jeder geraden Seite zu sehen. Du kannst auf dieselbe Weise auch Elemente auf die rechte Muster­seite einfügen und dann die Muster­seite auf die unge­raden Seiten anwenden.

In diesem Screenshot sind die Elemente zu sehen, die auf allen linken Seiten zu sehen sind. Diese sind: Ein Logo und eine Seitenzahl.

Seiten­zahlen

Seiten­zahlen wirst du sicher für deine Publi­kation brauchen. Die Seiten­zahlen fügen wir einfach auf der linken und der rechten Muster­seite hinzu. Klicke in der Über­sicht auf die linke Muster­seite und ziehe unten links einen kleinen Text­rahmen auf. Klicke doppelt auf den Text­rahmen, um in ihm zu schreiben. Wenn du das Wort „Seite“ vor die Seitenzahl setzen möchtest, schreibe es einfach in diesen Text­rahmen. Danach klickst du im Menü auf „Einfügen“, gehst zu „Zeichen“ und wählst „Seiten­zahlen“.

Danach klickst du im Menü auf „Einfügen“, gehst zu „Zeichen“ und wählst „Seitenzahlen“.

Nun kopierst du den Text­rahmen und fügst ihn auf der rechten Muster­seite ein. Achte darauf, dass die Seiten­zahlen jeweils gleich weit zum Rand entfernt sind. Orien­tiere dich dafür an den Hilfs­linien und dem Seitenrand. Auf der rechten Seite könnten sie rechts außen, auf der linken links außen stehen. Du kannst natürlich auch eine andere Position für die Seiten­zahlen wählen.

Gehst du nun auf die Seiten deiner Publi­kation (über das Fenster „Über­sicht“), siehst du, das auf den Seiten jeweils die Seitenzahl steht. Damit auf dem Deck­blatt keine Seitenzahl sichtbar ist, wähle einfach eine Muster­seite für das Deck­blatt, die keine Seitenzahl trägt, oder setze im Fenster „Muster­seite anwenden“ einen Haken vor „Bereich“ und stelle als erste Zahl danach die 2 ein.

Du möchtest, dass die erste Seite gar nicht mitge­zählt wird? Ich zeige dir, wie du eine andere als die vorein­ge­stellte Numme­rierung einstellst. Klicke im Menü auf „Datei“ und dann auf „Dokument einrichten“. In dem Fenster, welches sich öffnet, scrolle links herunter und wähle „Abschnitte“. Hier kannst du verschiedene Abschnitte fest­legen und angeben, welche Seiten­zahlen sie bekommen sollen. Wir brauchen drei Abschnitte: Die erste Seite, die ohne Seitenzahl sein soll, und nicht mitge­zählt werden soll. Den Mittelteil, auf dem überall Seiten­zahlen zu sehen sein sollen. Und die Rück­seite unseres Heftes, die eben­falls keine Seitenzahl trägt.

Klicke im Menü auf „Datei“ und dann auf „Dokument einrichten“. In dem Fenster, welches sich öffnet, scrolle links herunter und wähle „Abschnitte“.

Klicke zunächst auf „Hinzu­fügen“ unten im Fenster. Dadurch fügst du einen Abschnitt hinzu.

Stelle dafür das ein, was du im Screenshot siehst:

Drei Abschnitte wurden erstellt: Cover, Innenteil und Rückseite. Für Cover stellst du keinen Haken bei "sichtbar" ein, und auch für die Rückseite nicht. Nur für den Innenteil stellst du den Haken bei "sichtbar" ein. Bei dem Cover trägst du bei "von" "bis" jeweils "1" ein. Den Stil lässt du, wie er voreingestellt ist. Beginn ist "1". Für den Innenteil trägst du bei "von" "2" ein, bei "bis" "12", den voreingestellten Stil und "Beginn" "1". Für die Rückseite trägst du bei "von" und "bis" "12" ein, den voreingestellten Stil und bei "Beginn" "1".

Um einen Wert zu bear­beiten, musst du nur drauf klicken und einen anderen Wert eingeben. Was bedeuten diese Werte? Wie du siehst, ist der erste Abschnitt von 1 bis 1. Das bedeutet, er geht von Seite 1 bis Seite 1. Der zweite Abschnitt geht demnach von Seite 2 bis Seite 12, das ist unser Innenteil. Und der dritte Abschnitt beginnt auf Seite 12 und endet auf Seite 12, das ist unsere Rück­seite. Mit dem Häkchen in der Spalte „Sichtbar“ stellst du ein, ob die Seiten­zahlen in diesem Bereich sichtbar sein sollen. Und unter Beginn ist vermerkt, mit welcher Seitenzahl die Seiten­zählung in diesem Abschnitt beginnen soll. Du könntest so auch mehrere Kapitel in einem Buch erstellen, die jeweils wieder von vorne mit der Seiten­zählung beginnen.

Inhalts­ver­zeichnis

Auch ein Inhalts­ver­zeichnis, das auto­ma­tisch die Seiten­zahlen zu den Text­ab­schnitten zeigt, ist prak­tisch. Zuge­geben, da ist Scribus noch sehr ausbau­fähig. Der Vorteil eines Inhalts­ver­zeich­nisses in Scribus ist: Es zeigt dir auto­ma­tisch, auf welchen Seiten deine Texte stehen. Der Nachteil: Es aktua­li­siert sich nicht selbst­ständig. Du musst es jedes Mal neu anfordern, wenn du einen neuen Text zum Inhalts­ver­zeichnis hinzu­fügen möchtest, und auch, wenn du Texte auf eine andere Seite verschiebst und sich so die Seiten­zahlen ändern. Mein Tipp: Erstelle erst deine Texte und Über­schriften. Sei dir sicher, dass die Texte ungefähr so auf den Seiten stehen werden. Dann kannst du das Inhalts­ver­zeichnis erstellen. Ändert sich noch etwas, forderst du zwischen­durch ein neues Inhalts­ver­zeichnis an. Oder du erstellst es erst direkt vor dem Export als PDF. Auf jeden Fall solltest du zur Sicherheit vor jedem Export als PDF das Inhalts­ver­zeichnis neu erstellen lassen. (Das geht sehr schnell, keine Angst. Und du musst es ja eigentlich auch nur machen, wenn du sicher sein musst, dass die Seiten­zahlen stimmen. Das trifft also vor allem vor der Freigabe durch deine Chefs und vor dem Export für den Druck zu. Zwischen­durch sind die rich­tigen Seiten­zahlen viel­leicht gar nicht so wichtig.)

Achtung: Wenn du dein Inhalts­ver­zeichnis aus Bildern und mehreren Text­rahmen an verschie­denen Stellen bestehen soll, dann musst du es komplett manuell erstellen.

Wenn nicht, dann hat das Scribus-Inhalts­ver­zeichnis den Vorteil, dass du nicht das ganze Inhalts­ver­zeichnis abtippen und dann jedes Mal von Hand ändern musst.

Erstelle nun zunächst einen Text­rahmen dort, in dem dein Inhalts­ver­zeichnis stehen soll. Gehe dann in die Eigen­schaf­ten­pa­lette und benenne den Text­rahmen „Inhalts­ver­zeichnis“.

Erstelle nun zunächst einen Textrahmen dort, in dem dein Inhaltsverzeichnis stehen soll. Gehe dann in die Eigenschaftenpalette und benenne den Textrahmen „Inhaltsverzeichnis“.

Auch deine anderen Text­rahmen kannst du benennen, so findest du sie leichter.

Dann gehst du auf „Datei“ -> „Dokument einrichten“. Im Fenster, das sich öffnet, scrolle links herunter und gehe auf „Eigen­schaften des Doku­ment­ob­jekts“.

Dann gehst du auf „Datei“ -> „Dokument einrichten“. Im Fenster, das sich öffnet, scrolle links herunter und gehe auf „Eigenschaften des Dokumentobjekts“.

Klicke „Hinzu­fügen“ und dann auf das Feld in der ersten Zeile unter „Namen“. Dort gibst du „Inhalt“ ein. Klicke dann auf das Feld unter Wert.

Klicke „Hinzufügen“ und dann auf das Feld in der ersten Zeile unter „Namen“. Dort gibst du „Inhalt“ ein. Klicke dann auf das Feld unter Wert.

Nun gehst du unterhalb von „Eigen­schaften des Doku­ment­ob­jekts“ auf „Inhalts­ver­zeich­nisse und Indizes“. (In Version 1.5.3 heißt es “Inhalts­ver­zeich­nisse”.)

Nun gehst du unterhalb von „Eigenschaften des Dokumentobjekts“ auf „Inhaltsverzeichnisse und Indizes“. (In Version 1.5.3 heißt es "Inhaltsverzeichnisse".)

Dort wählst du „Hinzu­fügen“. Rechts stellst du folgendes ein: Bei „Bezeichnung des Doku­men­ten­ob­jekts“ stellst du „Inhalt“ ein. (Oder den Namen, den du vorhin bei „Eigen­schaften des Doku­ment­ob­jekts“ einge­stellt hast, falls du nicht „Inhalt“ gewählt hast.) Ziel­rahmen ist der Text­rahmen, in dem das Inhalts­ver­zeichnis stehen soll. Wir haben ihn vorhin „Inhalts­ver­zeichnis“ genannt, also wählst du das aus. Du kannst die Position der Seiten­nummer auswählen, also ob sie hinter dem jewei­ligen Text zur Seite oder davor stehen soll. Du kannst hier auch einstellen, dass die Seiten­zahlen im Inhalts­ver­zeichnis nicht sichtbar sein sollen.

Nun klickst du unten auf „OK“.

Objekte zum Inhalts­ver­zeichnis hinzu­fügen

Woher soll Scribus wissen, welche Text­rahmen, Bild­rahmen oder Formen du im Inhalts­ver­zeichnis möchtest? Das müssen wir ihm also noch mitteilen. Dafür klickst du auf jedes Element, welches in das Inhalts­ver­zeichnis soll, rechts. Wie du das entscheidest?

Ein Inhalts­ver­zeichnis zeigt meistens ja die verschie­denen Unter­ab­schnitte des Textes. Diese haben norma­ler­weise eine Über­schrift. Im Inhalts­ver­zeichnis steht, auf welcher Seite der Unter­ab­schnitt des Textes anfängt. Norma­ler­weise ist das die Seite, auf der die jeweilige Über­schrift zu diesem Text steht. Du nimmst also immer den Text­rahmen, in dem die Über­schrift zu dem Text steht, der im Inhalts­ver­zeichnis erscheinen soll.

Nach dem Rechtsklick auf eine Über­schrift wählst du im Kontextmenü „Attribute“.

Nach dem Rechtsklick auf eine Überschrift wählst du im Kontextmenü „Attribute“.

Es öffnet sich ein Fenster.

Zu sehen ist das Fenster, was sich öffnet, nachdem du Rechtsklick auf die Überschrift geklickt und "Attribute" ausgewählt hast.

Hier klickst du auf „Hinzu­fügen“. Dann wählst du im Drop­downmenü unter „Name“ „Inhalt“ aus.

Hier klickst du auf „Hinzufügen“. Dann wählst du im Dropdownmenü unter „Name“ „Inhalt“ aus.

Wenn du das Doku­ment­objekt zu Beginn anders genannt hast, musst du hier entspre­chend den anderen Namen eintragen. Dann schreibst du unter „Wert“ den Text, der später im Inhalts­ver­zeichnis stehen soll. Bei mir ist das einfach nochmal der Text der Über­schrift.

Du klickst auf „OK“.

Dies ist der Weg, wie du ein Objekt zum Inhalts­ver­zeichnis hinzu­fügst. Das musst du für jedes Objekt machen, welches in deinem Inhalts­ver­zeichnis aufge­führt werden soll.

Dann gehst du im Menü auf „Extras“ und wählst „Inhalts­ver­zeichnis erstellen“. Nun sollte in dem Text­rahmen, den du für dein Inhalts­ver­zeichnis ausge­sucht hast, das Inhalts­ver­zeichnis erscheinen. Wenn das nicht geklappt hast, gehe nochmal zu „Dokument einrichten“. (Im Menü unter „Datei“). Dort wähle noch einmal „Inhalts­ver­zeich­nisse und Indizes“. Wahr­scheinlich steht bei „Ziel­rahmen“ rechts „keine“. Manchmal nimmt Scribus die Ände­rungen hier nicht so richtig an. Markiere nochmal in der Mitte dein Inhalts­ver­zeichnis, wie im Screenshot zu sehen.

Klicke im rechten Fenster auf "Inhaltsverzeichnis" um es auszuwählen.

Dann änderst du den Ziel­rahmen. Klicke unten „Anwenden“ und verlasse das Fenster „Dokument einrichten“. Probiere erneut, über „Extras“ im Menü „Inhalts­ver­zeichnis erstellen“ auszu­wählen. Jetzt solltest du ein Inhalt­ver­zeichnis bekommen.

Leider aktua­li­siert sich das Inhalts­ver­zeichnis nicht selbst­ständig. Aber nach dem ersten Einrichten brauchst du nur noch wieder „Inhalts­ver­zeichnis erstellen“ anklicken, damit sich die Seiten­zahlen aktua­li­sieren oder wenn du ein neues Objekt über „Attribute“ zum Inhalts­ver­zeichnis hinzu­gefügt hast.

Ja, hier ist Scribus recht umständlich.

Beispieltext verwenden

Scribus hat eine sehr nette Funktion, den Beispieltext. Den kennst du viel­leicht von InDesign: Text, der in Text­rahmen gefüllt wird, damit du dir vorstellen kannst, wie die Seite später aussieht, auch wenn du die Texte noch nicht hast. Das Tolle an Scribus ist: Du kannst deutsch­spra­chigen Text als Beispieltext verwenden. In InDesign ist der Beispieltext (auch Blindtext genannt) der typische Blindtext Lore ipsum. Der hat aber v. a. kurze Wörter und sieht ganz anders aus als deut­scher Text, hat so zum Beispiel viel weniger Tren­nungen als deut­scher Text mit seinen langen Wörtern.

Um den Beispieltext für einen Text­rahmen zu verwenden, klicke rechts auf den Text­rahmen und wähle „Beispieltext“. Im Fenster kannst du dann die Sprache und die Länge des Beispiel­textes einstellen.

Stile verwenden

Stile sind Vorgaben für Forma­tie­rungen von Texten. Sie sind sehr prak­tisch, denn oft werden Texte immer wieder gleich forma­tiert. Das kannst du alles per Hand machen. Willst du aller­dings die Forma­tierung deiner Texte später ändern, musst du jeden Text einzeln ändern. Einfacher ist die Verwendung von Stilen.

Du legst jetzt einen Absatzstil, also eine Vorlage für ganze Absätze, an.

Klicke im Menü unter „Bearbeiten“ auf „Stile“.

Klicke im Menü unter „Bear­beiten“ auf „Stile“.

In dem Fenster, was sich öffnet, klicke auf "Neu".

Es öffnet sich dieses Fenster. Klicke auf „Neu“ und wähle in dem Dropdown-Menü, welches sich öffnet, „Absatzstil“.

Es öffnet sich dieses Fenster. Klicke auf „Neu“ und wähle in dem Dropdown-Menü, welches sich öffnet, „Absatzstil“.

Nun kannst du einen Stil für deinen Text erstellen. Fange mit dem Fließtext an. Benenne deinen Stil zuerst mit einem aussa­ge­kräf­tigen Namen, damit du ihn später leicht auswählen kannst. (Auch wenn du mal einige Wochen nicht weiter an dem Dokument arbeitest und deine Benennung vergisst.) Der Fließtext soll sich außerdem am Grund­li­ni­en­raster ausrichten. Für den Abstand zwischen den Absätzen wählst du den Abstand zwischen den Grund­linien des Grund­li­ni­en­rasters. Du kannst hier auch etwas anderes einstellen, du musst aber bedenken, dass sich der Text am Grund­li­ni­en­raster ausrichtet. D. h. entweder ist zwischen den Absätzen mindestens eine Zeile frei oder keine Zeile frei. Sobald du einen Abstand einstellst, lässt Scribus zwischen den Absätzen eine ganze Zeile frei. Weniger Abstand als eine Zeile kannst du zwar einstellen, effektiv beträgt der Abstand dennoch eine ganze Zeile. Würde Scribus zwischen den Absätzen z. B. eine halbe Zeile frei lassen, würde der Rest des Textes nicht mehr auf dem Grund­raster liegen. Das verhindert aber die Einstellung „am Grund­li­ni­en­raster ausrichten“. Entscheide dich also für oder gegen den Abstand einer Zeile. (Oder mehr, falls dir das sinnvoll erscheint.)

Stelle hier auch ein, ob du Blocksatz oder Flat­tersatz möchtest. Blocksatz kennst du sicher aus Text­ver­ar­bei­tungs­pro­grammen wie Microsoft Word. Flat­tersatz ist das Gegenteil, also das, was einge­stellt ist, wenn nicht Blocksatz einge­stellt ist. Die Zeilen sind unter­schiedlich lang. Beim links­bün­digen Flat­tersatz beginnen sie links an derselben Stelle und der Text fließt unter­schiedlich weit, bis die nächste Zeile beginnt.

Im Screenshot siehst du links Flat­tersatz, rechts Blocksatz.

Im Screenshot ist links Flattersatz, rechts Blocksatz zu sehen. Blocksatz endet an jeder Zeile an derselben Stelle, die Abstände zwischen Buchstaben und Wörtern sind unterschiedlich, sie werden gestreckt.

Inter­essant ist auch noch die Einstellung „Initialen“. Das sind die großen Buch­staben zu Beginn eines Absatzes, die sich über mehr als eine Zeile erstrecken. (Siehe Screenshot)

Im Screenshot ist eine Initiale zu Beginn eines Absatzes zu sehen: Der erste Buchstabe erstreckt sich über mehrere Zeilen des normalen Fließtextes.

Initialen eignen sich z. B. für den Beginn eines neuen Kapitels in deiner Publi­kation.

In der Regis­ter­karte „Zeichenstil“ findest du weitere Einstel­lungen für deinen Absatzstil.

In der Registerkarte „Zeichenstil“ findest du weitere Einstellungen für deinen Absatzstil.

Dort lassen sich Einstel­lungen wie die Schrift­größe, Schriftart oder Schrift­farbe vornehmen.

Zu sehen ist die Registerkarte "Zeichenstil" in der Einstellungen wie Schriftgröße oder Schriftfarbe eingestellt werden können.

Bist du mit den Einstel­lungen für den Fließtext fertig, klicke auf „Fertig“. Nun markiere den Text­rahmen, der den Absatzstil „Fließtext“ erhalten soll. Gehe in der Eigen­schaf­ten­pa­lette auf „Text“ und auf „Stil verändern“. Dort wählst du im Drop­downmenü für den Absatzstil den gewünschten Absatzstil aus.

Gehe in der Eigenschaftenpalette auf „Text“ und auf „Stil verändern“. Dort wählst du im Dropdownmenü für den Absatzstil den gewünschten Absatzstil aus.

Nun kannst du den Stil über „Bear­beiten“ > „Stile“ weiter bear­beiten. Die Texte, für die du den Absatzstil ausge­wählt hast, passen sich auto­ma­tisch an deine neue Forma­tierung an, ändern also z. B. die Schriftart.

Text an Pfad ausrichten

Du möchstest, dass dein Text im Kreis fließt oder einem bestimmten Pfad folgt? Auch das ist in Scribus möglich. Ziehe dafür eine beliebige Form auf. Klicke dann rechts auf die Form, gehe zu „Umwandeln in“ und wähle „Bézier­kurve“. Dieser Schritt ist notwendig, sonst fließt der Text später nicht entlang der Form. (Benutzt du die Version 1.5.3? Dann brauchst du die Form nicht umwandeln.)

Ziehe dafür eine beliebige Form auf. Klicke dann rechts auf die Form, gehe zu „Umwandeln in“ und wähle „Bézierkurve“. Dieser Schritt ist notwendig, sonst fließt der Text später nicht entlang der Form.

Ziehe einen Text­rahmen auf und schreibe den Text, der die Form umfließen soll, in diese Textform. Markiere den Text­rahmen und die Form, indem du „Shift“ drückst und dabei den Rahmen und die Form nach­ein­ander anklickst. Klicke im Menü oben auf „Objekt“ und auf „Text auf Pfad ausrichten“. (In Version 1.5.3 versteckt sich “Text an Pfad ausrichten” unter “Objekt” > “Pfad­werk­zeuge”.)

Klicke im Menü oben auf „Objekt“ und auf „Text auf Pfad ausrichten“.

Hier fließt der Text um das Rechteck herum.

Um den Text nach­träglich zu bear­beiten, rechtsklicke auf die Form und wähle „Text bear­beiten“. Es öffnet sich ein kleiner Editor, in dem du den Text bear­beiten kannst. Dieser Editor nennt sich „Story Editor“. Wenn du fertig bist mit der Bear­beitung, klicke auf den grünen Haken, um deine Ände­rungen zu spei­chern.

Zu sehen ist der "Storyeditor". Dort kannst du deinen Text nachträglich bearbeiten.

Bis zum nächsten Artikel

So, nun hast du einiges an Werkzeug an der Hand, um etwas in Scribus zu gestalten. Probiere doch mal etwas herum, oder warte auf meinen nächsten Artikel zu diesem tollen Programm.

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